Joergen Bang-Jensen - Dänisches Urgestein in Österreichs Mobilfunk

9. Juli 2007, 10:35
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Orange kommt, One-Chef geht - Zurückhaltender Däne schafft mit zehn Dienstjahren längste Chef-Karriere in der österreichischen Mobilfunkgeschichte

In seinen Worten liegt noch immer ein skandinavischer Akzent - dennoch gilt der scheidende One-Chef Joergen Bang-Jensen als Urgestein des österreichischen Mobilfunks. Als einziger der verbliebenen Handy-Manager stand der erst vor wenigen Tagen 51 Jahre alt gewordene Däne von Beginn weg an der Spitze seines Unternehmens, das einst als Connect Austria gegründet wurde. Mit fast zehn Dienstjahren war Bang-Jensen der längst gediente Mobilfunk-Chef des Landes. Mit dem neuen Namen Orange endet für das Unternehmen damit auch eine Management-Ära.

Insgesamt verfügt Bang-Jensen über 25 Jahre genau dokumentierte Telekommunikationserfahrung. Über das Privatleben des eher zurückhaltenden Skandinaviers ist dagegen wenig bekannt. Bang-Jensen ist Vater zweier Kinder, sein Lebensmittelpunkt liegt mittlerweile in Wien. Einigen wenigen Zeitungsporträts ist zu entnehmen, dass "Die Tante Jolesch" auf seinem Schreibtisch liegt, er strenger Nichtraucher, aber beim Mojito und Rotwein aus den neuen Regionen auf den Geschmack gekommen ist, zumindest zwei Mal am Vienna City Marathon teilgenommen hat, passioniert Rad fährt und den Golfclub CCG Himberg bevorzugt.

Drei Monate

Zurückhaltung kommt auch in seinem Managementstil zum Ausdruck: "Ich sage immer, wir müssen in der Lage sein, dass der CEO, also ich, auch einmal drei Monate nicht da sein kann, ohne dass es spürbar wäre", erklärte er einmal in einem Interview. Studiert hat er an der Copenhagen Business School. Danach gründete Bang-Jensen das Software-Unternehmen AD&D edb konsulenter A/S, das er 1988 an Cap Gemini verkaufte. Nach einem MBA-Studium am Ashridge Management College in England startete der Kommunikationsexperte 1990 eine Karriere bei Tele Danmark (TDC). Vor der Übernahme der Geschäftsleitung von One im Oktober 1997 war er im TDC-Konzern vier Jahre Vorsitzender der Mobilfunksparte.

One hat er in zehn Jahren von 0 auf 2 Millionen Kunden gebracht. Mit einem Marktanteil von 20 Prozent liegt das Unternehmen allerdings auf schwierigem Stand weit abgeschlagen hinter den Marktführern A1 und T-Mobile/tele.ring. Lupenrein ist seine Bilanz nicht: Von 2001 fast 1.600 Mitarbeitern sind heute nur noch 900 übrig. Seit 2004 ist der Mitarbeiterstand aber konstant. Trotzdem stellt Bang-Jensen nach deutlichen Gewinnrückgängen in den vergangenen zwei Jahren für das erste Halbjahr dieses Jahres jetzt das beste Ergebnis in der Geschichte von One in Aussicht.

Als One-Chef angetreten ist er seinerzeit mit zwei Zielen: "Hundert Prozent Handy-Penetration ist zu wenig" und "Mein Deutsch wird besser". Seine Ziele hat er erreicht. (APA)

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