Stichwort Orange - France Telecom-Tochter mit Weltnetz

9. Juli 2007, 10:35
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Weltkonzern mit klassischen Sorgen eines Ex-Monopolisten - Mehrheit an der Börse - Staat ist noch Hauptaktionär

Fast hundert Millionen Kunden zählt die France-Telecom-Tochter Orange im Mobilfunk - verstreut über die ganze Welt. Der drittgrößte Mobilfunkanbieter Europas und künftige Namensgeber des drittgrößten österreichischen Mobilfunkanbieters One hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Die ursprünglich britische Firma wurde 1999 an den deutschen Konzern Mannesmann-Konzern verkauft. Nur ein Jahr später musste Mannesmann aber wegen der Fusion mit Vodafone Orange aus Wettbewerbsgründen wieder weitergeben. Der heutige Eigentümer France Telecom kam zum Zug.

Bei One war Orange von Beginn weg mit einem Anteil von 17,45 Prozent dabei. Nach der jetzigen Aufstockung auf 35 Prozent ersetzt der französische Konzern das blaue "O" endgültig durch ein oranges Quadrat - eine Strategie, die der stolze französische Konzern schon in vielen anderen Ländern gefahren ist. Mit internationalen Angeboten will das Unternehmen vor allem Geschäftskunden locken - ein Markt, der in Österreich bisher noch klar vom Marktführer A1 dominiert wird.

Mittlerweile steht Orange im France-Telecom-Konzern nicht mehr alleine für Mobilfunk, sondern auch eine Reihe anderer Auslandsaktivitäten - in Spanien etwa auch für Festnetz-, in Polen für Internet-Angebote. Weltweit kommt der Konzern auf 97,6 Millionen Mobilfunkkunden - 23 Millionen in Frankreich, knapp 60 Millionen in Rest-Europa und etwa 15 Millionen auf anderen Kontinenten, vor allem in Afrika. Insgesamt kommt der France-Telecom-Konzern auf 160 Millionen Kunden weltweit. Die 2 Millionen One-Kunden machen sich da relativ bescheiden aus.

Die Strukturen und Sorgen des einstigen französischen Monopolisten gleichen jenen vieler anderer ehemaliger Staatsbetriebe. Von den weltweit 190.000 Mitarbeitern sitzt etwa die Hälfte in Frankreich - drei Viertel davon wiederum sind Beamte. Allein im Vorjahr hat France Telecom 10.000 Mitarbeiter abgebaut, bis 2009 sollen es zumindest noch einmal so viele sein. Erst Ende Mai haben knapp 25.000 Beschäftigte dagegen demonstriert.

Tatsächlich wird die France Telecom zu 64 Prozent von privaten Investoren über die Börse kontrolliert. 3,5 Prozent stehen in Mitarbeiterbesitz. 32,5 Prozent hält aber noch der französische Staat.(APA)

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