One-Übernahme ist "keine gute Nachricht für Mobilkom"

9. Juli 2007, 10:35
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Consulter erwartet weiteren Preisrutsch - Mitarbeiterabbau in der Branche "unwahrscheinlich"

Die Übernahme des drittgrößten heimischen Mobilfunkbetreibers One durch die France Telecom-Tochter Orange und den Finanzinvestor Mid Europa Partners wird den Preiskampf am Handymarkt neu entfachen und die bisherigen Anbieter noch stärker unter Druck setzen, erwartet das Beratungsunternehmen Capgemini.

Zwei Seiten hat die Münze

"Die Münze hat zwei Seiten: Bei den Mobilfunkern wird sich der ohnehin schon extreme Preisrutsch weiter beschleunigen, die Kunden profitieren hingegen von einem noch besseren Preis-Leistungsverhältnis", erklärte Capgemini-Experte Michael Bartz im Gespräch mit der APA.

Auf die Anbieter könnten dadurch schwierige Zeiten zukommen: "Der österreichische Markt ist unheimlich aggressiv und das Eis ist ohnehin schon dünn", so Bartz. Für den heimischen Marktführer, die Mobilkom Austria, sei der Deal daher keine gute Nachricht. "Wenn Marge verloren geht, fehlen auch Mittel für Investitionen", ist der Berater überzeugt.

Günstigere Tarife

Die Konsumenten würden nicht nur von günstigeren Tarifen, sondern auch von innovativeren Angeboten profitieren. Orange biete in Frankreich bereits mehr als 30 Fernsehprogramme am Handy an und sei auch bei konvergenten Diensten - also dem Zusammenwachsen von Mobilfunk, Telekom und Internet - sehr gut unterwegs. Auf die Frage, ob dafür nicht ein entsprechendes Engagement am österreichischen Telekom- und Internetmarkt erforderlich sei, meinte der Experte: "Vielleicht gibt es ja da eine Überraschung."

Einen durch den verstärkten Preiskampf ausgelösten Mitarbeiterabbau bei den Mobilfunkern hält Bartz für "nicht wahrscheinlich", da der notwendige Innovationsschub - etwa durch Mobile-TV - sehr komplex sei und viele Kräfte binden würde. (APA)

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