Ausländische Direktinvestitionen stiegen deutlich

29. Juli 2007, 18:33
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Die ausländischen Direktinvestitionen in den OCED-Ländern haben im abgelaufenen Jahr um 22 Prozent auf 910 Milliarden US-Dollar zugenommen

Paris - Die ausländischen Direktinvestitionen in den OCED-Ländern haben im abgelaufenen Jahr um 22 Prozent auf 910 Mrd. US-Dollar zugenommen (gegen 747 Mrd. Dollar im Jahr 2005). Größter Nutznießer waren die USA, die aus den OECD-Ländern 183,6 Mrd. Dollar anzogen. Dies ist das beste Ergebnis der USA seit 2001. In Österreich nahmen die Direktinvestitionen dagegen von 9 Mrd. Euro im Jahr 2005 auf 0,2 Mrd. Euro im Vorjahr ab. Das ist das niedrigste Niveau seit 2001, geht aus der am Donnerstag in Paris veröffentlichten OECD-Studie hervor.

Bei den meisten ausländischen Direktinvestitionen handelte es sich um Investitionen in bereits bestehende Unternehmen. Die Investitionen in neue Projekte erreichten im Vorjahr nur 14 Mrd. Dollar. Laut OECD-Prognosen dürften die Direktinvestitionen im Ausland in den Mitgliedsländern dieses Jahr noch um weitere 20 Prozent zunehmen.

Kleine Anzahl

Die Auslandsinvestitionen im Vorjahr konzentrierten sich großteils auf eine sehr kleine Anzahl sehr kapitalstarker grenzübergreifender Fusionen und Übernahmen. Die fünf größten Transaktionen erreichten gemeinsam 120 Mrd. Dollar.

Auch Frankreich, Griechenland, Island, Polen, Slowakei, Schweiz und Türkei haben einen bisher noch nie da gewesenen Investitionszufluss aus dem Ausland erlebt. Dies lässt sich laut Studie durch grenzübergreifende Übernahmen von Unternehmen erklären, aber auch durch weitere Investitionen von ausländischen Betrieben, die bereits in den Ländern anwesend sind.

USA erstes Investitionsland

Die USA sind mit 249 Mrd. Dollar auch das erste Investitionsland in den OECD-Ländern. An zweiter Stelle befindet sich Frankreich mit 115 Mrd. Dollar. Besonders stark in die Waagschale fiel für die Franzosen der Ankauf der US-Gesellschaft Lucent durch Alcatel und die Übernahme der Schweizer Versicherung Winterthur durch AXA. Die österreichischen Investitionen im Ausland erreichten 4,1 Mrd. Euro gegen 10 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Weniger hatte Österreich nur 2001 im Ausland investiert (3,1 Mrd. Euro).

Außerhalb der OECD-Zone stellt die Studie als neue Tendenz den Umstand fest, dass zahlreiche große Investoren aus den Entwicklungsländern kommen. Zum Beispiel hat die indische Gesellschaft Tata Steel die englisch-holländische Corus übernommen. Damit wurde weltweit das fünftgrößte Stahlunternehmen geschaffen. Die brasilianische CVRD hat die kanadische Gesellschaft Inco übernommen und wurde dadurch die weltweit größte Minenindustrie. (APA)

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