Heftige Kritik der Kärntner Grünen an Kulturpolitik des Landes

16. Juli 2007, 12:25
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Holub: "Kampf gegen das systematische Aushungern der freien und alternativen Szene ist eröffnet"

Klagenfurt - Die Kärntner Grünen üben heftige Kritik an der Kulturpolitik des Landes. Wie Landessprecher Rolf Holub am Donnerstag vor Journalisten erklärte, werde man die angestrebte Zerschlagung der freien Kulturszene nicht widerstandslos hinnehmen: "Der Kampf gegen das systematische Aushungern der freien und alternativen Szene ist eröffnet." Zahlreiche Initiativen hätten sich bereits vernetzt, die Grünen planen eine "Rückholaktion" vertriebener freier Künstler, auch an Kulturministerin Claudia Schmied soll appelliert werden.

"Die Brauchtums- und Heimatpflege hat seit 1999 eine Subventionserhöhung von 1.300 Prozent bekommen", sagte der Grün-Abgeordnete. Den Kulturschaffenden werde hingegen beschieden, dass kein Geld vorhanden sei: "Man gibt 150.000 Euro Steuergeld aus, damit Udo Jürgens auf der Seebühne auftritt, dafür gibt es so gut wie keine Literaturförderung." Die Mittel für die freien Bühnen Kärntens würden nicht einmal ein Prozent des Kulturbudgets des Landes betragen, der Verein Innenhofkultur, der seit 1982 mehr als 1.000 Veranstaltungen organisiert hat, habe vergangenes Jahr gerade einmal 2.850 Euro erhalten.

Holub sieht eine "Schieflage", für die er Landeshauptmann und Jetzt-wieder-Kulturreferent Jörg Haider verantwortlich macht und kündigte Widerstand an: "Wir lassen uns das nicht mehr gefallen." Mehrere Projekte sind bereits in Planung, so sollen Kärntner Künstler in Europa präsentiert und eine Aktion "Nachbar in Kulturnot" ins Leben gerufen werden. (APA)

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