MLP sucht neuen Finanzchef

10. Juli 2007, 11:38
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Frowein verlässt nach gut drei Jahren überstürzt das Unternehmen

Stuttgart - Der unter anhaltend schwachen Provisionserträgen leidende Finanz- und Versicherungsmakler MLP sucht einen neuen Finanzchef. Nils Frowein verlässt nach gut drei Jahren überstürzt das deutsche Unternehmen. Innerhalb eines Jahres muss die Firma damit zum zweiten Mal einen vakanten Vorstandsposten besetzen. Vorübergehend übernimmt Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg Froweins Aufgaben. "Ich sehe die Situation sehr gelassen", versicherte Schroeder-Wildberg am Donnerstag auf einer Investorenkonferenz.

Der 42-jährige Frowein will sich neu orientieren und scheidet knapp zwei Jahre vor Ablauf seines Vertrages "im freundschaftlichen Einvernehmen" aus, wie MLP am späten Mittwochabend mitgeteilt hatte. Fragen zu seiner beruflichen Zukunft wollte der Manager nicht beantworten. Zu den Gründen für den Abgang Froweis wollte sich Konzernchef Schroeder-Wildberg nicht weiter äußern.

Geschäftsverlauf im Plan

Der MLP-Chef versuchte Bedenken über einen drohenden Schlingerkurs zu zerstreuen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen werde in diesem Jahr wie geplant auf 110 Mio. Euro steigen, versprach der bis 2012 bestellte MLP-Chef den Anlegern. "Der Geschäftsverlauf im zweiten Quartal 2007 entspricht unseren Planungen", sagte er.

An der Börse sorgte Froweins unerwartete Aufgabe des Postens für Verunsicherung. "Der Abgang hinterlässt schon eine kleine Lücke im Management", sagte ein Händler. Mit Frowein ziehe ein wichtiger Vorstand davon. "Wenn man innerhalb von zehn Tagen das Haus verlässt, dann sorgt das für Spekulationen", sagte ein anderer Börsianer. Die im Nebenwerte MDax notierten Papiere von MLP setzten ihre Talfahrt um 1,6 Prozent auf 15,12 Euro fort. Damit notiert die Aktie - trotz der anhaltenden Boomphase an den Aktienmärkten - nicht höher als vor Jahresfrist.

Mitte vergangenen Jahres hatte der als zögerlich geltende Schroeder-Wildberg den langjährigen Vertriebsvorstand Eugen Bucher vor die Tür gesetzt. Die Schwäche beim Verkauf von Altersvorsorge-Produkten sowie die schleppende Gewinnung neuer Kunden und Vermögensberater wurden Bucher zur Last gelegt. Gleichzeitig senkte der auf lukrative Hochschulabsolventen spezialisierte Finanzmakler seine Gewinnprognose um ein Viertel auf 90 Millionen Euro. Nach mehrmonatiger Suche wurde MLP schließlich beim Versicherungskonzern Axa fündig und verpflichtete den Manager Wulf Böttger zum Jahresbeginn 2007 als neuen Vertriebschef.

Eine Trendwende beim Verkauf von Altersvorsorge-Policen und Versicherungen gelang MLP im laufenden Jahr bisher jedoch nicht. Im ersten Quartal dieses Jahres stagnierten die Maklererträge bei gut 107 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen kletterte allerdings auf Grund des im Aufbau befindlichen Bankgeschäfts und Vermögensmanagements um ein Drittel auf 16,7 Mio. Euro. (APA/Reuters)

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