Fluglinie versucht es wieder mit Chicago

24. Juli 2007, 13:31
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Kaum hat die AUA ihre defizitiären Strecken nach Australien und Schanghai gestrichen, probiert sie es mit einer neuen Fernroute nach Chicago

Die Langstrecke ist tot, lang lebe die Langstrecke. Kaum hat die AUA ihre defizitiären Strecken nach Australien und Schanghai gestrichen, probiert sie es mit einer neuen Fernroute nach Chicao, der dritte Anlauf der Austrian, in der Architektur-Metropole im mittleren Westen der USA Fuß zu fassen.

Der Eindruck, dass sich die AUA aus dem Langstreckengeschäft zurück ziehe, sei nicht richtig, betonte AUA-Chef Alfred Ötsch bei einem Pressegespräch mit Journalisten. Zwar seien die Aufgabe von Schanghai (Jänner 2007) und Australien (März 2007) "schmerzliche Schnitte" gewesen, da die Erträge auf diesen besonders langen Routen "nicht ins Plus zu drehen" waren, erklärte Ötsch. „Wir haben damit ein 40-Millionen-Verlustpotenzial herausgenommen.“ Aber für das Osteuropa-Netz der AUA sei Chicago ein wesentlicher Faktor, sagt Rudolf Mertl, AUA-Vizepräsident für Verkauf und Netzwerk.

Geschäftsreisende

Die Langstrecke sei komplementär zum AUA-Hub nach Osteuropa, ein wesentlicher Teil des Aufkommens würde aus US-Geschäftsreisenden und "ethnischem Verkehr" – Migranten, die zwischen den USA und ihrer alten Heimat reisen – bestehen. Rund 60 Prozent der Passagiere auf der Route kommen aus den USA, nur ein Fünftel aus Österreich, weitere 15 Prozent aus Osteuropa und der Rest aus dem mittleren Osten und Indien. Ein Drittel der Gäste aus den USA steigen in Wien um, in umgekehrter Richtung ist es ähnlich. 450.000 Passagiere kommen 2007 aus Nordamerika (Chicago, Toronto, New York, Washington).

Jetzt gibt es wöchentlich sechs Flüge (außer Montag), und "zu unserer Überraschung" seien die Flüge im Mai sogar profitabel gewesen, erklärte Mertl, die Auslastung bei 80 Prozent gelegen. Im Winter soll die Frequenz auf drei wöchentlich reduziert werden. „Vor ein paar Monaten musste ich noch sagen, es gibt keine einzige Langstrecke, die positiv ist, das sage ich jetzt nicht mehr“, beschrieb Ötsch die heurige Entwicklung. Fünf Millionen sollen die derzeit zehn Langstreckendestinationen (im Winter zwölf) heuer bereits zum Ergebnis beigetragen haben, welche davon bereits positiv sei wollte Ötsch jedoch nicht sagen. 2007 hat er noch als Jahr der Umstrukturierung abgeschrieben, aber da die AUA 2009 "mit einem dividendenfähigen Ergebnis rechnet" müsste das Langstreckensegment ab 2008 wieder positiv sein.

Aufrüstung abgeschlossen

Verspätet gegenüber Konkurrenten wie Lufthansa ist die 30 Mio. Euro teure Aufrüstung der Business-Klasse mit Liegesitzen bis auf eine verbleibende 767 abgeschlossen und soll die Basis für einen größeren Anteil von Business am Ergebnis liefern, sagt Mertl. Heuer soll der Anteil der Business-Passagiere von zehn auf 13 Prozent wachsen, bei den Ergebnis aufgrund der teureren Tickets noch höher. (Helmut Spudich aus Chicago, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.6.2007)

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