Creutzfeldt-Jacob-Verdacht in Wien

12. Juli 2007, 16:33
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Das Ansteckungsrisiko ist äußert gering - die Verunsicherung groß -Infoline des Kranken­anstalten­verbundes eingerichtet

Wien - Jener Patientin im Neurologischen Zentrum Rosenhügel in Wien, bei der Verdacht auf Creutzfeldt-Jacob besteht, geht es "sehr schlecht". Das sagte Bruno Mamoli, Verstand der zweiten Neurologischen Abteilung am Rosenhügel. Auch wenn eine eindeutige Diagnose nur durch Autopsie möglich ist, würden alle Symptome auf die Krankheit hinweisen. Die Wahrscheinlichkeit, dass andere Patienten infizierten worden sein könnte, bezeichnete der Mediziner als "unwahrscheinlich" und "vermutlich gleich null". Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hat eine Infoline eingerichtet.

Erkrankung des Zentralnervensystems

Die Creutzfeldt-Jacob-Erkrankung, eine Prionen-Erkrankung des Zentralnervensystems, führt grundsätzlich zum Tod, erläuterte Mamoli. "Es gibt keine Therapiemöglichkeit." Nur vier Prozent der Patienten leben länger als zwei Jahre, im Durchschnitt führt Creutzfeldt-Jacob nach vier bis acht Monaten zum Tod. Die Krankheit ist extrem selten. Ihre Häufigkeit liegt bei etwa einem Fall pro eine Million Menschen und Jahr.

BSE-kontaminiertes Fleisch

Das Leiden kann spontan oder familiär gehäuft auftreten. Darüber hinaus gibt es seit Jahren vor allem in Großbritannien eine neue Variante, die auf den Konsum von BSE-kontaminiertem Fleisch zurückgeführt wird. BSE ist die beim Rind auftretende Form solcher Erkrankungen. In Österreich war der Ausbruch dieser Art der Erkrankung bisher noch nie der Fall.

Erste Symptome vor wenigen Tagen

Die ältere Frau wurde am 27. März in der Wiener Rudolfstiftung neurochirurgisch versorgt und seit April am Rosenhügel postoperativ nachbehandelt. Vor wenigen Tagen traten erstmals Symptome auf, die auf Creuzfeldt-Jacob hinweisen. Seit der Operation der Patientin wurden in dem betroffenen Saal 63 Patienten operiert. Sie sollen nun verständigt werden. "Das Risiko einer Ansteckung ist sehr gering. Es sind weltweit nur 300 bis 400 Fälle einer Übertragung dieser Krankheit durch medizinische Intervention bekannt", beruhigte Mamoli. (APA)

Infoline des KAV: 01/40409/70970
  • Infoline des KAV: 01/40409/70970
    foto: standard/regine hendrich

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