Lehrer kritisieren Schilchers "unnötige Bösartigkeit"

30. Juli 2007, 12:29
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Nach Auspufflehrer-Sager: Gewerkschaft fordert Leiter der Reformkommission auf, "Beleidigungen" zurückzunehmen

In einem offenen Brief fordert die Lehrergewerkschaft der Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, Bernd Schilcher, Vorsitzender der Expertenkommission zur Schulreform, auf, seine "Beleidigungen zurückzunehmen", andernfalls sei er als Leiter einer Reformkommission nicht tragbar. In einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" hatte Schilcher mit der Wortschöpfung "Auspuffleherer" für Aufsehen gesorgt. "Die Zeit der 'Auspufflehrer', von denen man um 11 Uhr nur noch den Auspuff ihres Autos gesehen hat, ist vorbei", kündigte Schilcher an.

"Beleidigung aller Lehrer"

"Mit ihren Aussagen vom ‚Auspufflehrer’ beleidigen Sie die Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen in Österreich. Ihre Sicht der Arbeitshaltung der Lehrerinnen und Lehrer zeigt von Unkenntnis der realen Situation und offenbart eine unnötige Bösartigkeit", heißt es in der Aussendung. Ob mit "einer negativen Grundeinstellung gegenüber der Lehrerschaft" eine konstruktive, zukunftsorientierte Arbeit in der Arbeitsgruppe zur Schulreform im Bundesministerium überhaupt möglich sei, stellt die BMHS-Lehrergewerkschaft in Frage.

"Ist es ihre Aufgabe organisatorische Disziplinierungsmaßnahmen für die Lehrerschaft zu entwickeln? Es ist ja nicht das erste Mal, dass sie mit solchen Attacken zu disziplinieren versuchten. Damit beschädigen sie das sehr positive Erscheinungsbild des Lehrberufs in der Öffentlichkeit erneut massiv", kritisieren die Lehervertreter in ihrem offenen Brief.

Imageschaden

In ihrer Stellungnahme holten die Lehrervertreter zur Retourkutsche aus: "Dem gegenüber kann das Ansehen eines Politikers nicht mehr geschädigt werden, denn laut Reader's Digest rangieren Politiker mit acht von 100 möglichen Imagepunkten an letzter Stelle der Berufeskala", ätzten die Lehrervertreter. Lehrerinnen und Lehrer hätten in der größten europäischen Vergleichsstudie in Österreich 75 von 100 Punkte erhalten. Sie seien damit knapp hinter Richtern und Staatsanwälten im vordersten Drittel platziert. "Die Kolleginnen und Kollegen in den Schulen müssen oft ohne Unterstützung Schwerstarbeit leisten. Demotivierende und populistische Allgemeinplätze in den Medien sind wenig hilfreich. Wir fordern sie auf, ihre Beleidigungen zurückzunehmen, anderenfalls sind sie als Leiter einer Reformkommission für uns nicht tragbar", heißt es weiters im Schreiben der BMHS-Lehrer. (red/derStandard.at, 21.Juni 2007)

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