Ryanair muss Preis "all inclusive" angeben

11. Juli 2007, 15:29
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Flugtickets um 3,99 Euro - was sich verlockend anhörte, kostete nach Steuern 23 Euro, die Arbeiterkam­mer klagte und gewann

Wien - Die Billigfluglinie Ryanair muss künftig den Gesamtflugpreis, also einschließlich sämtlicher Abgaben und Steuern, angeben. Das bestätigte jetzt das Handelsgericht Wien der Arbeiterkammer (AK). Anlass war eine AK-Klage gegen Ryanair wegen Verstoßes gegen die Bruttopreisauszeichnungspflicht. Die Billigfluglinie hatte immer wieder mit Nettopreisen geworben, die Verbraucher in die Irre führen. Das Urteil ist laut AK rechtskräftig.

Signalwirkung

"Primär gilt das Urteil zwar nur für die von uns beklagte Fluglinie Ryanair, aber hat Signalwirkung für alle", erklärt AK-Konsumentenschützerin Jutta Repl.

Die AK hatte im Juli 2006 Ryanair nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) geklagt, weil sie Flüge nicht als Inklusivpreise, sondern als Nettopreise zuzüglich Abgaben und Steuern bewarb. Nach dem Preisauszeichnungsgesetz sind Preise einschließlich Umsatzsteuer und aller sonstiger Abgaben und Zuschläge, das heißt als Bruttopreis, auszuzeichnen. Die Bruttopreisauszeichnungspflicht gilt seit Anfang 2006 auch für Luftfahrtunternehmen durch eine Novellierung des Preisauszeichnungsgesetzes.

So warb Ryanair beispielsweise mit einem Preis zuzüglich Abgaben und Steuern für einen Flug Bratislava - Frankfurt von 3,99 Euro. Der Bruttopreis hingegen machte für diesen Flug auf Grund von Steuern und Abgaben 23,01 Euro aus.

"Das ist fast das Sechsfache des beworbenen Nettopreises", betont AK-Konsumentenschützerin Repl. "Gerade bei den Kampfpreisen der Billigairlines werden Konsumenten über die Günstigkeit des Angebotes getäuscht.", sagt Repl. Ryanair muss laut AK in Zukunft die Preise inklusive aller Zuschläge, Steuern, Flughafen-, Sicherheitsgebühren, Treibstoffzuschlägen und allfälligen Bearbeitungs- oder Ausstellungsgebühren angeben.

Die AK will auch andere Verstöße gegen die Bruttopreisauszeichnungspflicht verfolgen. Aktuell läuft auch ein Verfahren gegen Skyeurope. (APA)

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