Was hat Adobe aus dem Dreamweaver gemacht?

19. Oktober 2007, 10:02
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Ein Blick auf die erste Post-Macromedia Version des Standard-Programms für Web-Designer

Bange Blicke gab es in der Szene der Web-Designer, als Adobe vor zwei Jahren die Übernahme von Macromedia bekannt gab. Was wird jetzt aus dem Dreamweaver, dem Macromedia-Standardprogramm für die Entwicklung von Webseiten? Die Sorge war unbegründet. Adobe hat sich für den Dreamweaver und gegen das eigene Programm GoLive entschieden und legt jetzt die erste Version seit der Übernahme vor.

Klare Ausrichtung

Die Stärken des Dreamweavers CS 3 liegen in der engen Verbindung von Code und Design sowie in der klaren Ausrichtung auf die Standards des W3C, des World-Wide-Web-Konsortiums. Die beiden Seiten des Webdesign-Prozesses, Inhalt (XHTML) und Layout (CSS), werden eng miteinander verzahnt. Eine Vielzahl von Hilfestellungen unterstützt die Gestaltung von CSS-Formaten, angefangen bei der Auswahl einzelner Anweisungen bis zu kompletten CSS-Formatvorlagen, die sich dann individuell anpassen lassen.

Gnadenlos massakriert

Was aber nützt das schönste standardkonforme CSS-Design, wenn es von bestimmten Browsern gnadenlos massakriert wird? Die neu im Dreamweaver integrierte Kompatibilitätsprüfung zeigt an, bei welchen Browsern es zu Problemen kommt - meist ist das der Internet Explorer 6, der eine Reihe nützlicher CSS-Formate nicht unterstützt. Die Liste der angezeigten Probleme enthält einen Link zu einer Webseite von Adobe, die eine Lösung für das jeweilige Problem vorschlägt. Die in jedem Fenster einer HTML- oder CSS-Datei eingefügte Schaltfläche "Seite überprüfen" erspart damit das zeitaufwendige Testen einer Webseite in verschiedenen Browsern.

Spry

Die wohl interessanteste Neuerungen beim Dreamweaver ist aber Spry, eine von Adobe entwickelte, frei verfügbare Plattform für die Ajax-Technik. Ajax verbindet XML-Daten mit JavaScript und ermöglicht die Entwicklung von interaktiven Web-Seiten, die erstaunlich schnell im Browser erscheinen und eine besonders dynamische Web-Erfahrung ermöglichen: Wenn man mit dem Mauszeiger über einen Link fährt, erscheint etwa in einem anderen Bereich der Seite ein anderes Bild und ein anderer Text. Die Daten dafür stammen aus einer XML-Datei, die in Echtzeit abgerufen werden - ohne dass die Webseite vom Server neu geladen werden muss.

Per Hand

Diese XML-Datei muss zunächst per Hand erstellt werden. Der Dreamweaver stellt dafür den Editor zur Verfügung. Die Struktur des Datensatzes mit ihren verschiedenen XML-Elementen muss allerdings vom Anwender selbst erstellt werden, was Grundkenntnisse des XML-Formats voraussetzt. Eine typische XML-Datei für eine Webseite besteht etwa in der Auflistung mehrerer Fotos mit ihren jeweiligen Links und ihren Textbeschreibungen.

Nützliche Module

Für die Entwicklung einer Ajax-Webanwendung auf dieser Datengrundlage stellt der Dreamweaver CS3 nun eine Reihe nützlicher Module bereit, die sich mit wenigen Mausklicks ohne größeren Programmieraufwand in eine Webseite einfügen lassen. Dies beginnt mit dem Einfügen eines XML-Datensatzes. Die Software analysiert das Schema der XML-Datei, also ihre Datenstruktur, und erstellt zwei zugehörige JavaScript-Dateien, xpath.js und SpryData.js.

"Spry-Widgets"

Danach können die Daten der XML-Datei in unterschiedliche Layout-Container wie Tabellen oder "Div"-Bereiche eingefügt werden. Außerdem stellt der Dreamweaver CS3 kleine "Spry-Widgets" wie etwa eine Menüleiste zur Verfügung. Besonders effektvoll wirkt das "Akkordeon", bei dem verschiedene Textbereiche auf- und zugeklappt werden können. Die Inhalte können dabei aus einer XML-Datei stammen, aber auch direkt hineingeschrieben werden.

Wie die anderen Anwendungen der Creative Suite 3 von Adobe stellt auch der neue Dreamweaver eine Schnittstelle zur "Device Central" bereit. Damit können Web-Seiten an das Display von Handys und anderen mobilen Geräten angepasst werden.

Den Dreamweaver CS 3 gibt es sowohl für Windows (ab XP SP2) als auch für den Mac (ab OS 10.4.8) mit jeweils mindestens 512 MB RAM. Die Vollversion kostet rund 570 Euro, das Upgrade von einer der letzten drei Versionen rund 296 Euro. (APA/APA)

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