Rewe lehnt Verkauf von Billa ab

1. Juli 2007, 17:16
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Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka zeigt offenbar Interesse an Geschäfts­sparten von Rewe, stößt jedoch auf Ablehnung

Frankfurt - Der deutsche Handelsriese Rewe hat Interessenten für Geschäftsbereiche des Konzerns eine Absage erteilt. "Wir führen keine Gespräche, um etwas zu verkaufen, sondern um Unternehmen zu akquirieren", sagte ein Rewe-Sprecher am Mittwochabend. Es gebe immer Kontakte zu Investoren. "Das ist ein ganz normales Geschäft", betonte der Sprecher. Geschäftsverkäufe seien für den Vorstand aber kein Thema, da sich Rewe auf Expansionskurs befinde.

Aus Finanzkreisen verlautete, Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka habe Interesse an Rewe gehabt und sei mit dem US-Finanzinvestor KKR als Partner an das Rewe-Management herangetreten. Die Gremien der genossenschaftlich organisierten Rewe-Gruppe hätten den Vorstoß aber abgelehnt, sagte eine mit der Situation vertraute Person. "Damit ist die Sache durch", fügte sie hinzu.

Dem "Manager Magazin" zufolge hatte KKR einen Kaufpreis von mehreren Milliarden Euro für die nicht zum Rewe-Kerngeschäft zählenden Aktivitäten wie die österreichische Kette Billa oder die Rewe-Touristik in Aussicht gestellt. Der Rewe-Großhandel sollte nach den Vorstellungen von KKR künftig von einem anderen Unternehmen betrieben werden. Der Rewe-Vorstand habe den Vorschlag aber abgelehnt. Ebenso habe er eine Offerte von KarstadtQuelle verworfen, den Rewe-Touristikbereich zu übernehmen, um ihn in die eigene Reisesparte Thomas Cook zu integrieren.

Zudem interessiert sich dem Magazin-Bericht zufolge der Finanzinvestor Clemens Vedder für Rewe. Er verfolge ähnliche Pläne wie KKR. Vedder halte nur Edeka für geeignet, den Rewe-Großhandel fortzuführen.

Regelmäßige Gespräche

Dem Rewe-Sprecher zufolge gehören KKR und KarstadtQuelle zu den Investoren, mit denen Rewe regelmäßig Gespräche führt. Zu deren Inhalt wollte er sich aber nicht näher äußern. KKR lehnte ebenso wie KarstadtQuelle einen Kommentar ab. Edeka war für eine Stellungnahme am Abend nicht zu erreichen.

Rewe hat sich gerade einen Konsortialkredit über zwei Milliarden Euro gesichert, mit dem der Konzern sich zusätzliche finanzielle Spielräume für die Eröffnung neuer Läden und Zukäufe eröffnet.

Rewe ist in Österreich unter anderem mit Billa, Rewe und Penny vertreten. (APA/Reuters)

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