Linz geht passiv in die Luft

9. Jänner 2008, 13:59
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Es darf in die Höhe gehen: Wohntürme im Zentrum am Stadtpark - Unten "fließt" der Park, oben wohnt man mit Ausblick Energie sparend

Der "Speckgürtel" wurde auf Diät gesetzt und man bricht im Linzer Wohnbau dank bestehender Innenstadtflächen in ungeahnte Höhen auf. Jüngstes Beispiel: Das Passivhochhaus Projekt "Stadtpark" - von Markus Rohrhofer
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Linz – Die Nettobauleistung in den vergangenen zwölf Jahren in Linz ist durchaus beachtlich: 1000 Wohnungen stampften die Stadtväter in dieser Zeit pro Jahr aus dem Boden. Deutlich erkennbar dabei ist eine neue Lust am Urbanen. Hieß vor allem in den 80er- und 90er-Jahren mit peripheren Satellitenstädten wie der "Solar City" in Pichling das Wohnbau-Schlagwort noch Stadterweiterung, besinnt man sich heute wieder auf das Zentrum.

Wohntürme im Park

Zentral wohnen wird man in absehbarer Zeit auch am Linzer Stadtpark können. Am Mittwoch wurde das Siegerprojekt des Wiener Architektenbüros Krischanitz & Frank präsentiert. Zu bebauen gilt es ab Ende 2009 das Gelände der ehemaligen Stadtbetriebe Linz (SBL) zwischen Gruber-, Körner-, Huemer- und Kaplanhofstraße. "Für mich war vor allem spannend, dass man bereits in der Ausschreibung für das Projekt klar gesagt hat: Es darf auch in die Höhe gehen", erläutert Architekt Adolf Krischanitz. Und es darf nicht nur, nein es wird auch in die Höhe gehen: Das Projekt sieht vier reine "Wohntürme im Park" mit 13 Geschoßen sowie ein "markantes" Eckgebäude mit Büros und Wohnungen vor. Insgesamt entstehen 8000 Quadratmeter Büro- sowie 21.000 Quadratmeter Wohnfläche. Der unmittelbar angrenzende Stadtpark mit einer Grünfläche von rund 15.000 Quadratmetern soll künftig mit dem Wohnpark eine Einheit bilden. "Der Park fließt durch die Häuser durch", schwärmt Krischanitz.

Vorurteil mit Aussicht

In puncto Heizen sind künftige Bewohner übrigens weit gehend autark. Mit den neuen Wohntürmen entstehen nämlich Oberösterreichs erste Passiv-Hochhäuser. Bei aller Lust auf städtische Neugestaltung wird aber nicht jedes der bereits vorhandene Gebäude auf dem SBL-Geländer mit Jahresbeginn 2010 ein Opfer der Planierraupe. Ein Anfang der 1990er-Jahre errichtetes Bürogebäude wird aufgestockt und so in das Projekt integriert. Erhalten bleiben auch eine Tiefgarage und eine Villa im Park. Der Linzer Planungsstadtrat Klaus Luger (SPÖ) sieht mit dem Bau der Passiv-City-Türme auch gewisse Wohnungsbau-Vorurteile widerlegt: "Das Projekt räumt mit dem Dogmatismus auf, dass ein Wohnen in hohen Gebäuden nicht zumutbar ist."

Unten "fließt" der Park, oben wohnt man mit Ausblick Energie sparend: Die Wohntürme in Passivbauweise entstehen im Linzer Stadtpark.(Markus Rohrhofer\DER STANDARD Printausgabe 21.6.2007)

  • Die geplanten Wohntürme im Linzer Stadtpark - "Der Park fließt durch die Häuser durch", schwärmt Architekt Adolf Krischanitz
    visualisierung: architekturbüro krischanitz&frank

    Die geplanten Wohntürme im Linzer Stadtpark - "Der Park fließt durch die Häuser durch", schwärmt Architekt Adolf Krischanitz

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