Hybride Objekte

20. Juni 2007, 17:56
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Objekte mit Science-Fiction-Charakter und ohne Behaglichkeit von Julie Hayward - Projektraum Viktor Bucher

Die organisch anmutenden Objekte von Julie Hayward vermitteln zunächst alltägliche Benutzbarkeit. Angelehnt an Designs aus Sciencefiction-Filmen bringen sie näher betrachtet aber vor allem den Gefühlshaushalt durcheinander.

Home Sweet Home nennt die in Salzburg geborene und in Wien lebende Julie Hayward ihre zweite Einzelausstellung bei Viktor Bucher, wo sie neben mehreren Objekten auch Zeichnungen präsentiert. Diese dienen ihr als Skizzen für ihre dreidimensionalen Objekte, die die Künstlerin mit Titeln wie Shelter, TV-Baby oder Home on Legs versieht. Behaglichkeit breitet sich angesichts ihrer Arbeiten aber keineswegs aus.

Vielmehr erinnert das auf dem Boden liegende TV-Baby aus Polyester, Schaumgummi und anderen Kunststoffen an die Welt der Biotechnologie, in der Mensch und Maschine nicht mehr zu trennen sind, und auch Shelter oder Home on Legs bieten keineswegs Schutz: auf vier dünnen Holzstelen sitzt ein durchlöcherter, rechteckiger Körper, der im Inneren zwar mit Plüsch ausgekleidet ist, aber insgesamt mehr an ein Insekt als an eine gemütliche Behausung erinnert.

Neben den raumgreifenden Objekten, in denen sich das Unheimliche im Vertrauten materialisiert, zeigt die Künstlerin auch kleiner Objekte wie Hanteln oder Hausschuhe aus Polyester und Plüsch. Durch die fetischartige Materialität ihrer ursprünglichen Funktionen beraubt, wirken sie ähnlich funktionslos und selbstbezogen wie die an eine Luftpumpe erinnernde Arbeit Pooped, die sich ebenfalls der Nutzbarmachung widersetzt. (cb/ DER STANDARD, Printausgabe, 21.06.2007)

Projektraum Viktor Bucher
Bis 6. 7.
Praterstraße 13/1/2, 1020 Wien
  • Julie Haywards an Sciencefiction-Designs angelehnte Objekte verströmen keine behagliche Atmosphäre.
    foto: viktor bucher

    Julie Haywards an Sciencefiction-Designs angelehnte Objekte verströmen keine behagliche Atmosphäre.

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