"Träume werden nicht aufgeschoben"

29. Juli 2007, 19:13
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Um für die Zeit in der Pension mehr Geld zu haben, legt Frau A. ihr Geld in Fonds und auf Sparbüchern an. Damit ist sie zufrieden, mit der Leistung ihres Beraters hingegen nicht

Die Lehrerin Irene A. (59) spart heute nicht mehr, um irgendwelche Träume zu verwirklichen. "Meine Träume hab ich versucht, immer gleich umzusetzen", erzählt Frau A. im Gespräch mit dem STANDARD.

Das Veranlagen von Geld ist für die begeisterte Wanderin ausschließlich ein Thema für die Altersvorsorge, Kinder, die finanziell versorgt werden müssten, hat Frau A. nicht. Um später zur staatlichen Pension ein Zubrot zu haben, hat Frau A. begonnen, sich mit dem Thema Veranlagung auseinanderzusetzen. Entschieden hat sie sich für die Veranlagung bei einer Bank. Im Gespräch mit dem Bankberater wurde ein Paket erstellt, "das für den Moment reicht".

Fonds und Sparbücher

Zusammengestellt ist das Anlage-Packerl aus einem Bauspar-Vertrag, Kapitalsparbüchern, Versicherungssparen und breit diversifizierten Fonds. "Die Sparbücher dienen als Notgroschen, wenn ich mal schnell Geld brauche", sagt Frau A.

Der Bausparer ist ein Begleiter im Leben von Frau A.: "Einen Bausparer habe ich eigentlich fast immer laufen gehabt, der aktuelle ist mindestens der fünfte, den ich abgeschlossen habe."

Der Vorsorge-Gedanke kam für Frau A. "relativ spät", denn davor "habe ich immer wieder Geld gebraucht, um mir einen gewissen Lebensstandard aufzubauen". Monatlich belastet werde Frau A. durch ihre Veranlagung und Vorsorge nicht, da sie "viele Einmalerträge" geleistet hat. Mit dem gewählten "Vorsorge-Packerl" ist die Tennisspielerin zwar zufrieden, mit der Leistung ihres Beraters – abgeschlossen wurden die Verträge bei einer heimischen Bank – hingegen nicht.

"Als es darum ging, mich grundsätzlich zu informieren und verschiedene Möglichkeiten kennen zu lernen, hat mir der Bankberater viele Unterlagen und Informationen gegeben und mir auch viel erklärt." Dieses Bild habe sich jedoch geändert, als die Veranlagung begonnen hat, zu arbeiten. "Seitdem höre ich von meiner Bank nicht mehr viel", ärgert sich Frau A. Denn sie selber hätte ob des komplexen Themas viele Dinge bereits wieder vergessen. Die Bank schicke zwar "viele Zettel mit vielen Zahlen“, einfach zu verstehen seien diese aber nicht. "Schon gar nicht für einen Laien wie mich", klagt Frau A. "Bei vielen Dingen kann ich mir gar nichts darunter vorstellen."

Nachgefragt, ob sie mit den Produkten zufrieden sei, werde nicht. Obwohl diese ja bereits "mehrere Jahre" laufen.

Selbst ist die Frau

So belassen will Frau A. diese Situation nicht und will ihren Berater künftig mehr in die Pflicht nehmen. Denn es gehe nicht, dass hier keine Information mehr gegeben werde beziehungsweise es keine Erklärungen mehr gebe. Daher will Frau A. demnächst bei ihrem Berater vorsprechen und sich die von der Bank zugesendeten Unterlagen erklären lassen sowie weitere Informationen, Daten und Fakten einholen. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.06.2007)

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    Wandern gehört zu den Hobbys von Frau A. Damit sie in der Pension genug Geld für Ausflüge hat, legt sie in Fonds an. Foto: dpa

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