Stada: Zukäufe drücken Gewinn

10. Juli 2007, 09:39
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Deutscher Generikahersteller will eigenständig bleiben

Frankfurt- Der Generikahersteller Stada hat sich die zuletzt erfolglose Suche nach Übernahmenkandidaten einiges kosten lassen. Das Unternehmen aus dem hessischen Bad Vilbel werde im laufenden Quartal einen Sondereffekt für nicht realisierte Firmenkäufe in niedriger einstelliger Millionenhöhe ausweisen, kündigte Stada-Vorstand Hartmut Retzlaff am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Frankfurt an.

Stada habe in den vergangenen Monaten einige Übernahmen ins Visier genommen, auf einen Abschluss aber wegen zu hoher Risiken oder Belastungen verzichtet. "In dem einen oder anderen Fall hat das nähere Hinschauen natürlich auch etwas gekostet, denn bereits die ernsthafte Prüfung von größeren Akquisitionen ist heutzutage mit viel Aufwand verbunden", sagte Retzlaff.

Übernahme-Gerüchte

Stada war Branchenkreisen zufolge auch an der Übernahme des Geschäfts mit Nachahmermedikamenten von Merck interessiert, das im vergangenen Monat für knapp fünf Milliarden Euro an den US-Pharmakonzern Mylan ging. Analysten erwarten, dass die Firmen, die im Rennen um die Merck-Sparte leer ausgingen, möglicherweise Stada als nächstes Ziel in Visier nehmen.

Das Unternehmen - das angesichts der Fusionswelle in der Generikabranche wiederholt im Zentrum von Übernahmespekulationen stand - will aber eigenständig bleiben und sich bei weiteren Übernahmen nicht unter Druck setzen lassen. Stada wolle sein Wachstum durch Zukäufe vorantreiben und schließe bei größeren Akquisitionen unverändert Kapitalmaßnahmen nicht aus, erklärte die Stada-Führung den Aktionären. Der Konzern werde aber nicht hektisch nach Übernahmen suchen und irgendwann dann zu nahezu jedem Preis zuschlagen. "Wenn man näher hinschaut, muss man sagen, es ist eben doch nicht alles Gold was glänzt", sagte Retzlaff.

Positiver Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr äußerte sich der Vorstand optimistisch. Stada sei auf Kurs für das zwölfte Rekordjahr in Folge. Zudem nähere sich der Konzern dem mittelfristigen Ziel eines bereinigten Gewinns je Aktie von mindestens zwei Euro schon 2007. "Nach der Hemofarm-Akquisition sehen wir jetzt gute Chancen, an dieser Marke bereits im laufenden Geschäftsjahr 2007 zu kratzen", sagte Retzlaff. Die im vergangenen Jahr für rund 500 Mio. Euro übernommene serbische Pharmagruppe Hemofarm ist der bisher größte Zukauf in der Firmengeschichte von Stada.

2006 hatte Stada einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,89 Euro verzeichnet. "Wir sind unverändert überzeugt, dass das Geschäftsmodell von Stada auch weiterhin zukunftsfähig ist. Wachstum und Wertsteigerung bleiben aus Sicht des Vorstands somit für Stada Ziele, die wir auch in den nächsten Jahr aus eigener Kraft erreichen können", erklärte Retzlaff. (APA/Reuters)

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