AMS: Mehr Jobs für Höherqualifizierte

23. Juli 2007, 19:01
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Die Arbeitslosigkeit sinkt konjunkturbedingt weiter. Das Arbeitsmarktservice will mehr Qualität bieten und heuer 320.000 offene Stellen in die Datenbank bekommen

Wien – Erstmals seit sechs Jahren gab es Ende Mai in Österreich weniger als 200.000 Arbeitslose. Bis Ende Juni soll sich die Zahl auf 190.000 Jobsuchende verringern. Außerdem sei Anfang 2007 erstmals auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen und der weniger Qualifizierten zurückgegangen, so Herbert Buchinger, Vorstandsvorsitzender des Arbeitsmarktservice (AMS).

Das berichtete die AMS-Spitze bei einer Pressekonferenz am Mittwoch zum Abschluss der "Impuls-Tour", bei der AMS-Mitarbeiter 3500 Betriebe in ganz Österreich besuchten, um freie Stellen zu akquirieren.

In diesem Umfeld will das AMS mehr als 320.000 Stellen akquirieren, wovon mehr als die Hälfte für Arbeitssuchende mit einem Lehrabschluss oder mit einer höheren Ausbildung bestimmt sein sollen. Im Vorjahr wurden knapp 300.000 Stellen besetzt – davon rund 138.000 von höherqualifizierten Personen.

Laut Buchinger arbeiten 42 Prozent der 3,3 Millionen Beschäftigten derzeit kürzer als ein Jahr im selben Job. Der aktuelle OECD-Bericht spricht im Gegensatz dazu von 15 Prozent. Buchinger erklärt sich diese Differenz dadurch, dass die OECD die Situation unterschätze und "Österreicher grundsätzlich Umfragemuffel" seien. Momentan finden laut AMS 46 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer innerhalb von drei Monaten nach Ende der Schulung einen Arbeitsplatz. Die Zielsetzung für 2007 sei 50 Prozent. Drei Viertel der österreichischen Arbeitssuchenden haben nur Pflichtschul- oder Lehrabschluss. Die Arbeitslosenrate bei Pflichtschulabsolventen liegt bei 17 Prozent – im Gegensatz dazu sind nur 3,5 Prozent der Maturanten und rund zwei Prozent der Akademiker arbeitslos.

Die AMS-Schulungen werden heuer um zehn Prozent auf 6000 Kurse verringert – "um mehr Qualität zu schaffen", so Buchinger. Die Zahl der Schulungsplätze für Metallberufe werden jedoch aufgrund der wirtschaftlichen Lage auf 10.000 verdoppelt.

Rekordbudget

Im heurigen Jahr hat das AMS ein „Rekordbudget“ von 845 Millionen Euro für Förderungen und zusätzlich 400 Millionen Euro für Versicherungsleistungen zur Verfügung. (maf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.06.2007)

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