Raiffeisen Investment kooperiert mit Lazard

10. Juli 2007, 11:13
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Die 1848 gegründete US-Investmentbank Lazard will mit der Raiffeisen Investment in Osteuropa zusammenarbeiten

Wien - Die Raiffeisen Investment AG (RIAG), in der RZB-Gruppe für das Investment Banking zuständig, und die US-amerikanische Investmentbank Lazard werden in Zukunft bei Fusionen und Übernahmen in Zentral- und Osteuropa sowie Russland und der Türkei gemeinsam beraten. Ein entsprechendes Kooperationsabkommen wurde am Dienstag von RZB-Chef Walter Rothensteiner und Lazard-Präsident Charles G. Ward in Wien unterzeichnet.

Beide Teile wollen mit der Zusammenarbeit am schnell wachsenden Markt der Mergers & Acquisitions (M&A) in dieser Region profitieren. Lazard-Deutschland-Chef Ernst Fassbender erwartet sich aus der Kooperation mittelfristig einen zweistelligen Millionenbetrag an Gebühren.

Grenzüberschreitend

Die Vereinbarung bezieht sich nicht nur M&A-Aktivitäten in der Region selbst, sondern gilt vor allem auch für grenzüberschreitende Transaktionen, die zwischen Russland, Osteuropa und der westlichen Welt abgewickelt werden. Für die gemeinsamen Mandate wurde ein Schwellenwert von 200 Millionen Dollar (149 Mio. Euro) vereinbart, kleinere Transaktionen sollen auch in Zukunft alleine beraten werden können. Ausgenommen aus der Kooperation sind hingegen die Märkte in Tschechien und Polen, wo Lazard und die RIAG bereits eigenständig aktiv sind.

Beide Partner ziehen Vorteile aus der Kooperation, erklärt RZB-Chef Rothensteiner. Für Lazard bedeute sie den Eintritt in den osteuropäischen Markt, für Raiffeisen den Zugang zu neuen Kundengruppen. Sei man bisher auf den mittelständischen Markt beschränkt gewesen, könne nun mit Lazard effektiv in der höchsten Liga mitgespielt werden. Fassbender bezeichnete die Partnerschaft mit der RIAG als "Traumkombination". Beide Investmentbanken würden sich regional sehr gut ergänzen und einen umfassenden Zugang zu den jeweiligen Märkten anbieten. Auch die Unternehmenskulturen, die Zusammenarbeit erfolgt vor allem auf europäischer Ebene, würden perfekt zusammenpassen.

Fokus auf Russland und Ukraine

2006 erwirtschaftete Lazard im Geschäftsbereich Finanzberatung rund eine Milliarde Dollar an Erlösen, die etwa zur Hälfte auf Europa und die USA entfielen. Weitere 500 Mio. Dollar wurden in der Vermögensverwaltung erzielt. Das Hauptaugenmerk der Kooperation mit Raiffeisen gilt Russland und der Ukraine. In Russland werden laut Fassbender die gesamten Beratungserlöse für M&A-Aktivitäten mittelfristig signifikant ansteigen und ebenfalls auf 500 Mio. Dollar anwachsen. Die meisten russischen Unternehmen würden sich noch scheuen, westliche Firmen zu übernehmen. Raiffeisen habe Zugang zu diesen Firmen, das sei für neues Geschäft lebenswichtig. "Unser gemeinsames Ziel ist es, dort Marktführer zu werden", so Fassbender. (APA, bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.6.2007)

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