Lehmanns Zettel ist Geschichte

20. Juli 2007, 16:53
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Das WM-Elferschießen Deutschlands gegen Argentinien endete im Museum

Bonn - Jens Lehmann hat seinen Elfmeter-Spickzettel aus dem WM-Viertelfinale 2006 gegen Argentinien dem Haus der Geschichte in Bonn übergeben. Die kleine Bleistift-Kritzelei von Tormann-Trainer Andreas Köpke ruht nun auf Kunstrasen gebettet im Foyer des historischen Museums, das die Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland dokumentiert.

Die Notizen über die Schussvorlieben der argentinischen Elfmeterschützen, die Köpke Lehmann nach der Verlängerung (4:2 i. E.) im Berliner Olympiastadion am 30. Juni zugesteckt hatte, sollen später in die Dauerausstellung integriert werden. Um die zerknitterten Aufzeichnungen, die Lehmann kurz vor den Strafstößen aus seinem Stutzen gezogen hatte, war in den Tagen nach dem Halbfinaleinzug des deutschen Teams ein großes Rätselraten veranstaltet worden, dabei waren die Notizen für den Torhüter wenig nützlich. "Leider waren die Informationen nicht hilfreich. Die Ecken sind aus meiner Sicht notiert, die Schützen haben dann entgegengesetzt geschossen", meinte der Schlussmann von Arsenal.

Lehmann hatte die Elfer von Roberto Ayala (Notiz: Ayala 2, lange warten, langer Anl. rechts) und Esteban Cambiasso (nicht auf dem Zettel) gehalten. Dass ein Blatt Recycling-Papier zum Gesprächsthema Nummer eins werden würde, hatte Lehmann im WM-Sommer 2006 noch nicht geahnt: "Nein, ich hätte ihn beinahe weggeschmissen, irgendwann fiel er mir wieder vor die Füße." Eine glückliche Fügung, denn der Zettel brachte Geld für gute Zwecke ein. Im Dezember 2006 ersteigerte der Energiekonzern EnBW die Notizen während der TV-Gala "Ein Herz für Kinder" für eine Million Euro, um sie dem Haus der Geschichte zu überlassen. (sid - DER STANDARD PRINTAUSGABE 20.6. 2007)

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