Weltflüchtlingstag: Rotes Kreuz betont Langzeit-Hilfe für den Sudan

2. Juli 2007, 17:00
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Basisgesundheitsversorgung in Darfur und langfristige Wiederherstellung der Lebensbedingungen im Zentrum der Hilfe

Wien - Rund zwei Millionen Binnenflüchtlinge und über 200.000 Todesopfer verzeichnet der Sudan bis dato. Grund dafür sind Konflikte, mangelnde Ressourcen, allem voran Wasserknappheit, und Naturkatastrophen. Anlässlich des Weltflüchtlingstages hebt das Österreichische Rote Kreuz in einer Aussendung die Notwendigkeit der umfassenden Hilfe und des langfristigen Engagements für das größte afrikanische Land hervor.

Seit Jahren zählt der Sudan zur den weltweit größten Krisenregionen. "Das Ausmaß der Katastrophe ist enorm, die Situation ist angespannt. Ein Klima mit Temperaturen bis zu 50 Grad erschwert die Lebensbedingungen für Flüchtlinge wie auch Helfer. Aufgrund der Konflikte haben sich bereits viele Organisationen zurückgezogen, aber das Rote Kreuz bleibt", betont Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des ÖRK, die Kapazität und den "langen Atem" des Roten Kreuzes.

Sudan größtes Rotkreuz-Aktionsgebiet

Seit 1978 ist das Internationale Rote Kreuz mit 160 Delegierten aus dem Ausland und 2000 sudanesischen Mitarbeitern an Ort und Stelle. Mit einem Jahresbudget von 48 Millionen Euro ist der Sudan das weltweit größte und bedeutendste Rotkreuz-Aktionsgebiet. 40.000 Freiwillige leisten einen maßgeblichen Beitrag zur Rotkreuz-Arbeit in einem schwierigen Umfeld.

Mit drei österreichischen Delegierten spannt alleine die Hilfe des ÖRK einen weiten Bogen: mittels Mobiler Kliniken versorgt das Rote Kreuz in der Krisenregion Darfur rund 60.000 Menschen mit Basisgesundheitsdiensten. Die Hilfe reicht von Erstversorgung über Medikamentenverteilung bis zu Impfprogrammen. Im Zentrum des Landes, in der Provinz Kordofan, liegt der Schwerpunkt des Programms in der Wiederherstellung der Lebensbedingungen für Rückkehrende. "Hier gilt es, die Menschen in ihrer ehemaligen Heimat wieder zu integrieren und ihnen Perspektiven für die Zukunft zu geben", so Kopetzky.

"Ersten, die kommen und letzten, die gehen"

Oberste Priorität hat sauberes Trinkwasser, das durch den Bau von Brunnen gewährleistet wird. Kombiniert mit Hygienetrainings werden Krankheiten maßgeblich reduziert. Zur Sicherstellung der Grundbedürfnisse und als Perspektive für die Zukunft umfasst das Programm auch Obst- und Gemüseanbau. "Unzählige Menschen im Sudan mussten alles zurücklassen und stehen vor dem blanken Nichts. Wir sind die ersten, die kommen und die letzten, die gehen", so Kopetzky zur Rotkreuz-Hilfe. (APA)

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