Britische Prinzen werfen Medien Geldgier vor

4. Juli 2007, 11:59
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Prinz William: Meine Mutter oftmals verletzt über Berichterstattung

Das anhaltende Interesse an Prinzessin Diana wird nach Ansicht ihrer Söhne von den Medien auch aus finanziellem Eigennutz wach gehalten. Die Spekulationen über den Tod ihrer Mutter vor zehn Jahren ernährten ein Menge Leute, versicherten Prinz William und sein jüngerer Bruder Harry in einem Interview des US-Fernsehsenders NBC, dessen erster Teil am Montag ausgestrahlt wurde. Darin berichteten sie auch, wie sehr ihre Mutter über die manchmal hämischen Berichte in den Zeitungen verletzt gewesen sei.

Das Leben der Ex-Frau von Thronfolger Prinz Charles und ihr tragischer Tod bei einem Autounfall in Paris werde die Leute immer faszinieren, sagte Prinz Harry in dem NBC-Interview. Sein Bruder fügte kritisch hinzu, das Interesse werde von vielen Leuten "unnötig" wach gehalten: "Ich fürchte, es wird immer Leute geben, die Geld verdienen möchten."

Diana "oft sehr traurig"

Die Prinzessin und ihr Freund, Milliardärssohn Dodi Fayed, waren am 31. August 1997 auf der Flucht vor Fotografen in Paris tödlich verunglückt. Sie war damals 36 Jahre alt. Die ständige Verfolgung durch Paparazzi habe ihrer Mutter ziemlich zugesetzt, erzählten William und Harry. "Oftmals war sie sehr traurig, weil sie mal wieder von Typen auf Motorrädern die Straße heruntergejagt wurde", berichtete Harry, der beim Tod seiner Mutter zwölf Jahre alt war. William, der damals 15 war, erinnerte sich besonders an die Fälle, in denen die Medien ausführlich die angebliche Gewichtszunahme seiner Mutter kommentierten: "Für jede Frau ist es einfach schrecklich, wenn die Typen hinter ihren Schreibtischen über so etwas schreiben. Immer wieder mussten wir sie aufmuntern und ihr sagen, dass sie für uns die Schönste und Beste ist."

Ihrerseits verletzt zeigten sich die beiden Prinzen über Kritik, sie hätten nach dem Tod zu wenig Trauer gezeigt. "Das war hart", sagte Harry. "Aber das ist nun mal unser öffentliches Gesicht. Wenn wir uns nicht wohl damit fühlen, uns vor tausenden Leuten die Augen auszuweinen, dann ist das unsere Sache." Sie hätten sich damals gegenseitig getröstet: "Wir waren froh, dass wir uns hatten. Die Leute können denken, was sie wollen - wir haben uns, um über alles zu sprechen."

Konzert zu Ehren von Lady Di

Die Brüder haben für den 1. Juli, den Geburtstag von Lady Di, ein Konzert im Londoner Wembley Stadion zu Ehren ihrer Mutter organisiert, bei dem viele Topstars auftreten sollen. Sie wollten keine einfache Gedenkfeier, sagten die Prinzen, sondern eine Feier, die an "ihr Leben, ihre Energie und ihr Wirken" erinnere.

Gerne erinnerten sich die beiden noch an all die Kosenamen, die ihre Mutter für sie erfand, als sie kleine Kinder waren. So habe sie William während einer Australien-Reise nach dem dortigen knuffigen Beuteltier "Wombat" getauft - ein Spitzname, "den ich einfach nicht mehr loswerde". Harry nannte sie wegen seines roten Haares "Ginger". Die Angewohnheit, sich bei Spitznamen zu rufen, haben die Brüder bis heute beibehalten. Die meisten aber könne er nicht verraten, sagte William, das wäre "ein bisschen grob". (APA/AFP)

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