Caritas-Präsident Küberl appelliert an Bund und Länder

22. Juni 2007, 15:51
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Fordert von Regierung "eine Sprache", von Ländern Verantwortung - Pflegeheim-Bewohner bei Vermögensgrenze gleichstellen

Graz - Die Präsentation des Jahresberichts der Caritas in der Diözese Graz-Seckau für 2006 nutzte Caritas-Präsident Franz Küberl am Dienstag für einen Appell in der Pflegedebatte: Die Regierung sollte eine gemeinsame Sprache sprechen, die Länder müssten endlich ihre Verantwortung wahrnehmen. Die von Sozialminister Buchinger vorgeschlagene Vermögensgrenze zur 24-Stunden-Pflege soll laut Küberl auch für Bewohner von Pflegeheimen gelten.

"Die Länder müssen in der Pflegedebatte endlich ins Boot geholt werden, anstatt am Ufer stehen zu bleiben - sie müssen ihre Verantwortung in dieser Sache wahrnehmen", äußerte Caritas-Präsident Küberl seinen "Sommerwunsch". Außerdem müssten die Politiker über Parteigrenzen hinweg in dieselbe Richtung rudern.

Pflegeheime wichtige Ergänzung

Sorge bereitet Küberl auch der Vorschlag von Sozialminister Erwin Buchinger in der Diskussion um die Förderung der 24-Stunden-Pflege, wonach eine Vermögensgrenze von 5.000 Euro für die Gewährung von staatlichen Zuschüssen gezogen wird. "Dieselbe Regelung müsste auch für Bewohner von Pflegeheimen gelten", so Küberl. Bewohner von Pflegeheimen dürften derzeit nur finanzielle Mittel für ihr Begräbnis behalten, das sei nicht gerecht. Der Caritas-Präsident befürchtet, Buchingers Vorschlag würde dazu führen, dass "Reiche zu Hause bleiben können und arme Menschen automatisch ins Heim müssen". Er fordert außerdem mehr Aufmerksamkeit für die Qualität der Pflege in der öffentlichen Debatte.

Pflegeheime würden auch in Zukunft eine wichtige Ergänzung zur Pflege zu Hause darstellen, da viele Wohnungen für eine 24-Stunden-Betreuung gar nicht geeignet seien. Deshalb plant die Caritas, die Zahl ihrer steirischen Senioren- und Pflegewohnhäuser in den nächsten Jahren von derzeit elf auf 15 aufzustocken. Weiters sollen die mobilen Dienste stark ausgebaut werden.

Erstmals seit etwa zehn Jahren verzeichnete die Caritas 2006 ein ausgeglichenes, leicht positives Jahresergebnis. Der Umsatz stieg gegenüber dem Jahr 2005 um rund fünf Millionen Euro auf rund 40 Millionen Euro. Insgesamt betreute die Organisation rund 53.000 Personen in 103 Projekten in der Steiermark und in Auslandshilfeprojekten.(APA)

  • "Die Länder müssen in der Pflegedebatte endlich ins Boot geholt werden, anstatt am Ufer stehen zu bleiben", fordert Caritas-Präsident Küberl
    foto: standard/regine hendrich

    "Die Länder müssen in der Pflegedebatte endlich ins Boot geholt werden, anstatt am Ufer stehen zu bleiben", fordert Caritas-Präsident Küberl

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