Steve Jobs wunderliche Sicht der Browser-Welt

29. Jänner 2008, 11:21
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Mozilla-Entwickler zeigen sich verärgert über Keynote-Präsentation des Apple-Boss - Der Firefox wird gestrichen

Nicht gerade für wenig Diskussionsstoff hat in der letzten Woche die Veröffentlichung von Apples Browser Safari für Windows gesorgt. Nur wenig davon dürfte allerdings wirklich im Sinne des "Erfinders" sein. Berichte über eklatante Sicherheitslücken, dauernde Abstürze und einem mehr als suboptimalen Rendering bestimmten die Schlagzeilen und Foren der Online-Welt.

Ärger

Doch noch scheint diese Welle der negativen Publicity nicht ganz ausgestanden zu sein: Hatten die Mozilla-EntwicklerInnen anfänglich den neuen Konkurrent auf der Microsoft-Plattform noch willkommen geheißen, so zeigt man sich mittlerweile recht erbost über Apple und im Besonderen dessen CEO Steve Jobs.

Ausblick

Denn die begleitenden Slides zu seiner Keynote offenbaren eine etwas seltsame Perspektive für den Browser-Markt. Anstatt um eine weiteres Aufbrechen der Microsoft-Dominanz - scheint es Apple eher um die Beseitigung der restlichen Konkurrenz zu gehen.

Wechsel

Der erste Slide zeigt dabei noch den Ist-Zustand, die Zahlen scheinen von Netapplications zu stammen: In einer Tortengrafik werden dem Internet Explorer 78 Prozent, dem Firefox 15, dem Safari fünf und den anderen zwei Prozent zugeordnet. Verblüffend jedoch die im nächsten Slide festgehaltene Zukunftsprognose von Apple: Während der Internet Explorer-Anteil gleich groß bleibt, übernimmt der Safari einfach den Rest, Firefox und Co. kommen in dieser Grafik nicht mehr vor.

Symptome

John Lilly, Mozillas Chief Operating Officer, sieht darin keinen unabsichtlichen Fehler - immerhin kann man Jobs so manches vorwerfen, sicher aber nicht vorwerfen, dass er nicht darauf besteht, dass seine Keynotes perfekt durchchoreographiert sind - sondern ein symptomatisches Bild für das Denken von Apple. Eines in dem es nur zwei Browser-Hersteller geben soll, die das Web kontrollieren.

Konkurrenz

Immerhin hat Lilly nicht sonderlich viel Angst, dass sich Jobs' Weltbild in die Realität umsetzen könnte. Es sei einfach Ausdruck einer veralteten, auf eine Duopol ausgerichteten Denkweise, deren Realisierung auch für das Web nicht gut wäre. Man werde jedenfalls alles tun, um dies zu verhindern, allerdings nicht indem man Apple bekämpfe - im Gegenteil begrüße man im Sinne der BenutzerInnen den neuen Konkurrenten - sondern einfach durch die Ablieferung eines besseren Produkts. (red)

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