Gedenktafel für Marie Geistinger

25. Juli 2007, 14:12
posten

Leistungen von Frauen in Mariahilf sichtbar machen: Erinnerung an Direktorin des Theaters an der Wien

Wien - In Erinnerung an die Direktorin Marie Geistinger wurde am Donnerstag eine Gedenktafel am Theater an der Wien, 6., Millöckergasse 1, enthüllt. Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann, Franz Häußler, Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien, und die Kulturvermittlerin Petra Unger sprachen über das Leben und Schaffen von Marie Geistinger.

Vita

Marie Geistinger wird am 26. Juli 1836 geboren und tritt bereits 1844 in Kinderrollen in Graz auf. Am 10. August 1850 debütiert sie am Münchner Max-Schwaiger-Theater und spielt 1852 erstmals am Theater in der Josefstadt. Zahlreiche Erfolge feiert sie in Berlin, Hamburg und Riga. Von Friedrich Strampfer, dem damaligen Direktor, an das Theater an der Wien geholt, begeistert sie am 17. März 1865 ihr Publikum als "Schöne Helena". Marie Geistinger wird vor allem mit Offenbach-Operetten sowie Gesangspartien aus Johann Strauß - Operetten berühmt und gilt als ausgezeichnete Hauptdarstellerin in Anzengruber Stücken. Sie entspricht mit ihren Interpretationen dem damaligen Zeitgeschmack und wird als "die erste Offenbacchantin" oder "Königin der Operette" gefeiert. Von 1.8. 1869 bis 15.5. 1875 leitete sie mit Maximilian Steiner mit großem künstlerischen Erfolg das Theater an der Wien. Wegen finanzieller Verluste scheidet sie aus der Direktion und widmet sich ausschließlich ausgedehnten Gastspielreisen (u.a. sieben Mal durch ganz Amerika). Die letzten Lebensjahre verbrachte sie als vermögende Frau in ihrem mit Kunstschätzen überfüllten Klagenfurter Heim, wo sie, fast vergessen, nach langer Krankheit stirbt.

Leistungen Mariahilfer Frauen werden sichtbar

Petra Unger erkannte im Zuge ihrer Recherchen für die "Mariahilfer Frauenspaziergänge", dass Tafeln an die Dienstzeiten der Direktoren am Theater an der Wien erinnern. Ein Gedenkobjekt für ihr weibliches Pendant fehlte. Die Kulturvermittlerin regte daher bei der Bezirksvorstehung an, Marie Geistinger eine gebührende Anerkennung zu schenken. Kaufmann betonte, dass bis zum heutigen Tag von den 28 Gedenktafeln im Bezirk bislang nur eine einzige einer Frau, nämlich der bekannten Tänzerin und Schauspielerin Fanny Elßler gewidmet war. (red)

  • v.li.n.re.: Kulturvermittlerin Petra Unger, Bezirksrätin Elisabeth Zoumboulakis-Rottenberg, Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann und Generaldirektor KR Franz Häußler
    foto: bv 6
    v.li.n.re.: Kulturvermittlerin Petra Unger, Bezirksrätin Elisabeth Zoumboulakis-Rottenberg, Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann und Generaldirektor KR Franz Häußler
Share if you care.