Marek will betriebliche Kinderbetreuung steuerlich begünstigen

2. Juli 2007, 16:14
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Arbeitsstaatssekretärin will Väterkarenz stärker fördern und den Wiedereinstieg schon vor dem Mutterschutz planen

Wien - Arbeitsstaatssekretärin Christine Marek hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als "Knackpunkt" für die ÖVP-Perspektivengruppe bezeichnet. Denn nur damit könne die Beschäftigungsquote von Frauen erhöht und die Einkommensschere geschlossen werden, sagte Marek bei einer Pressekonferenz am Montag. Um diese Ziele zu erreichen, will die ÖVP etwa die betriebliche Kinderbetreuung auch für Klein- und Mittelbetriebe steuerlich begünstigen und dem "sehr großen Wunsch" nach Teilzeitarbeit für Frauen Rechnung tragen.

Väterkarenz

Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie müsse auch die Entkoppelung von Frau und Mutterschaft diskutiert werden. Deshalb sollen auch die Väter viel stärker in die Kinderbetreuung eingebunden werden, so Marek. Ein Mittel dafür sei die Förderung der Väterkarenz, die derzeit lediglich vier Prozent betrage. Außerdem plädierte die Staatssekretärin einerseits dafür, den Müttern die Erwerbstätigkeit zu erleichtern. Falls sich die Frauen aber dafür entscheiden, zu Hause zu bleiben, dürfe ihnen das nicht zum Nachteil gereichen.

Den letzte Woche von Familienministerin Andrea Kdolsky vorgelegten Entwurf für die die Kindergeld-Novelle wertete Marek als "positiv". Nun gelte es, dem Wunsch von Frauen nach mehr Teilzeitarbeit nachzukommen, denn dieser sei "sehr, sehr groß". So hätten im Mai 28.000 Frauen beim Arbeitsmarktservice (AMS) den Wunsch geäußert, Teilzeit arbeiten zu wollen, aber lediglich 4.800 entsprechende Stellen seien zur Verfügung gestanden, so Marek.

Wiedereinstieg besser planen

Und auch die Betriebe sieht Marek gefordert. So will die Perspektivengruppe etwa einen Gesprächsleitfaden für Firmen ausarbeiten, um schon vor dem Mutterschutz den Wiedereinstieg von Müttern zu planen. Aber auch die betriebliche Kinderbetreuung soll nach Vorstellungen der ÖVP ausgebaut werden. Dabei sollen nicht Betriebskindergärten allein in den Genuss von steuerlichen Begünstigungen kommen, auch Klein- und Mittelbetriebe sollen die Möglichkeit für steuerlich begünstigte "niederschwellige" Kinderbetreuung - etwa Tagesmütter oder Krabbelstuben - erhalten. (APA)

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