Hilfe für LehrerInnen

16. Juli 2007, 10:53
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200 Hilfesuchende seit September 2006 in Salzburger Beratungsstelle - Pädagogen lassen sich vor allem wegen Problemen mit SchülerInnen beraten

Salzburg - Schwierigkeiten mit Schülern, Konflikte mit Eltern und Meinungsverschiedenheiten mit Kollegen: In Salzburg wurde kürzlich die Beratungsstelle "zeit.raum" zur Unterstützung von Lehrern in schwierigen beruflichen Situationen eröffnet. Die Einrichtung werde vom Land Salzburg sowie dem Pädagogischen Institut finanziert und richte sich an Pflichtschullehrer, erklärte Angela Faber, Vizerektorin an der Pädagogischen Hochschule Salzburg, am bei einem Pressegespräch.

Gezieltes Intervenieren und Begleiten könne helfen, mit Konfliktsituationen besser umzugehen, Veränderungen anzugehen und den Weg ins Burnout zu verhindern, ist Faber überzeugt. In der Pilotphase von September 2006 bis Juni haben mehr als 200 Personen an Einzel- und Gruppenberatungen teilgenommen. Das Bewusstsein der Lehrer, dass schwierige Situationen nicht immer allein gelöst werden könnten, steige und zeige eine professionelle Grundhaltung der Pädagogen, ist Faber überzeugt.

Probleme mit Schülern

Probleme mit Schülern stehen auf der "Hitliste" der Anfragen ganz oben, gefolgt von schwierigen Situationen mit Eltern. Eine deutsche Studie bei Lehrern an deutschen Gymnasien hat gezeigt, dass 35 Prozent der Lehrer sich in einer Burnout-Konstellation befinden. Medizinische relevante Beeinträchtigungen wurden bei 20 Prozent der Lehrkräfte konstatiert. Destruktives Schülerverhalten sei ein wichtiger gesundheitlicher Belastungsfaktor, heißt es in der Freiburger Untersuchung des Psychotherapeuten Joachim Bauer. Eine Salzburger Studie aus dem Jahr 1999 habe ähnliche Trends ergeben, sagte Faber.

Die Beratungen sollen den Pädagogen Strategien für einen wirksamen Umgang mit beruflichen Belastungen vermitteln sowie sie bei der Professionalisierung und Stärkung der Persönlichkeit unterstützen. Im Bundesland Salzburg gibt es rund 5.000 Pflichtschullehrer. Die Expertinnen des Beratungszentrums orten nicht nur bei den Einzelgesprächen regen Zulauf. Rund 300 Lehrer haben in diesem Schuljahr Supervision in Anspruch genommen, für Seminare mit den Themen Burnout, Gesundheit oder Persönlichkeitsstärkung gebe es großes Interesse, sagte Claudia Winklhofer vom Beratungsteam "zeit.raum". (APA)

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    Beratungen sollen PädagogInnen Strategien für einen wirksamen Umgang mit beruflichen Belastungen vermitteln. Bei 20 Prozent der Lehrkräfte wurden medizinische Beeinträchtigungen festgestellt.

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