Ubuntu: Kein Abkommen mit Microsoft geplant - vorerst

9. Oktober 2007, 18:18
39 Postings

Mark Shuttleworth: Kein aktiven Gespräche - Ist Zusammenarbeit aber nicht prinzipiell abgeneigt - Patentdrohungen als Hindernis

Als Novell im vergangenen Herbst eine Kooperation mit Microsoft eingegangen ist, ging ein Schrei der Empörung durch Teile der Linux-Community. Vor allem das Patentabkommen der beiden Unternehmen, dass die KundInnen von Novell und Microsoft vor entsprechende Klagen des Partners schützt, sorgte dabei für einige Aufregung.

Nachschieben

Schien es monatelang so, als wäre Novell der einzige Linux-Distributor, der mit den Redmondern zusammenarbeiten wollte, gaben nun unlängst auch Xandros und Linspire entsprechend Abmachungen bekannt. Der Aufschrei in der Community blieb dieses mal aber größtenteils aus, die virtuellen Ohrfeigen hatte wohl bereits Novell zum Großteil ausgefasst.

GPLv3

Dies obwohl die neuen Patentabkommen - im Gegensatz zu dem von Novell - von der GPLv3 betroffen sind, sind sie doch nach dem in der Lizenz festgeschriebenen Stichtag abgeschlossen worden. Konkret bedeutet dies, dass Linspire und Xandros die Veröffentlichung von Software unter der neuen Version der freien Lizenz untersagt ist.

Ubuntu

Angesichts des offensiven Werbens Microsofts um neue Linux-Partnerschaften, begannen aber schnell die Spekulationen darüber, wer denn der Nächste sein könnte. Neben "logischen" Kandidaten wie TurboLinux oder Mandriva fiel dabei auch immer wieder der Name Ubuntu, immerhin hatte sich dessen Gründer, Mark Shuttleworth, immer schon durch einen recht pragmatischen Zugang zu Microsoft ausgezeichnet.

Spekulativ

In einem aktuellen Eintrag auf seinem Weblog erteilt entsprechenden Spekulationen nun aber eine Absage, zumindest vorerst. Derzeit gäbe es keine Gespräche mit Microsoft, man habe sich entschlossen, dass es diese unter den Vorzeichen nicht näher spezifizierter Patenverstoßvorwürfe der Redmonder einfach nicht geben könne.

Nicht abgeneigt

Prinzipiell zeigt sich Shuttleworth aber keineswegs einer Kooperation mit Microsoft abgeneigt, allerdings auf rein technischer Ebene. Es mach einfach keinen Sinn sich ewig auf einen Standpunkt zu stellen, auf dem man ein Unternehmen für ewig als das Böse schlechthin brandmarke.

Zusammenarbeit

Shuttleworth lobt dabei sogar ausdrücklich das Bekenntnis von Seiten Microsofts zur Verbesserung der Interoperabilität mit Linux, dass sich in den aktuellen Abkommen ausdrücke. Davon werde auch Ubuntu profitieren, immerhin sollen die Ergebnisse der Zusammenarbeit mit Novell und Co. als Open Source veröffentlicht werden, und können so in die eigene Distribution integriert werden.

Negativ

Alles in Allem würden die derzeitigen Abkommen mit ihren Patentklauseln nicht positives für freie Software bringen, sie seien nicht einmal im Interesse Microsofts. Shuttleworth hatte in einem früheren Eintrag bereits ausführlich darüber referiert, dass er davon überzeugt ist, dass sich die Redmonder selbst früher oder später gegen das aktuelle US-Patentrecht stellen würden, sei das Unternehmen doch selbst massiv von den daraus resultierenden rechtlichen Unsicherheiten - und den zugehörigen Klagen - bedroht. (apo)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Vorerst noch nicht zu erwarten: Bill Gates empfiehlt Ubuntu

Share if you care.