Feinabstimmung am Dorfplatz

2. Juli 2007, 11:21
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Alle reden sie über neue Spieler - In Mattersburg steht allerdings in diesem Sommer die ganze Struktur zur Disposition

Mattersburg - Transferzeit ist. Und wenn Transferzeit ist, lebt das Zeitungswesen von Spekulationen über die kickenden Zu- und Abgänge bei den Vereinen. "Verstärkung" meint immer nur "neuer Spieler". Darauf fokussiert sich das Interesse, es sei denn, ein Lothar Matthäus vertschüsst sich. Aber das ist ja eher eine Beziehungskiste.

Und so jagt eben eine Transfermeldung die andere: Austria ist sich mit dem polnischen Teamverteidiger Jacek Bak einig, der, so lobt man in Favoriten, als "verlängerter Arm" von Teamchef Beenhakker diente. Das matthäuslose Salzburg holt dafür aus Argentinien einen Ugandaer namens Ibrahim Sekagya, der hinter Christoph Leitgeb spielen wird, wenn der spielen wird. Rapid hat dafür seine Bemühungen um Lukas Mössner eingestellt oder auch umgekehrt. Undsoweiter undsofort.

Seltsam ruhig dagegen verlief es diesbezüglich in Mattersburg, wo mit Jürgen Patocka (Rapid) ein g'standener Verteidiger den Hut nahm. Der Salzburger Pöllhuber hätte sich, hört man, schon eingelebt. Über sein Engagement wird allerdings noch verhandelt. Spektakuläres - wie zuletzt im Winter die Verpflichtung von Carsten Jancker - wird sich aber nicht mehr tun.

Generalrenovierung

Klubchef Martin Pucher plant dafür einen Umbau des gesamten Gefüges. Beinahe unwillig bestätigt er das durch umherschwirrende Gerüchte gehegte Interesse der lokalen BVZ. Ja, man plane eine Erweiterung des Trainerstabes.

Das Angebot von Bayer Leverkusen für Christian Fuchs (700.000) Euro, das durch Puchers Veto ein solches geblieben ist, ist den Vereinsverantwortlichen offenbar als heilsamer Schock in die Knochen gefahren. Denn wenn die Dinge sich so entwickeln, wie es jetzt den Anschein hat, werden sich am Ende der nächsten Saison wenigsten drei Stammspieler verabschieden. Mit Fuchs und Cem Atan (Transfers) sowie Dietmar Kühbauer (Pension) verliert das Team dann allerdings sein Gerippe.

Dann wird es darum gehen, rund um Michael Mörz eine wieder konkurrenzfähige Elf zu formieren. Und das heißt: gezielte Feinarbeit mit den Jungen. Andreas Hackstock, Challengetrainer, ist aber anderweitig mit Beschlag belegt, immerhin schafften seine Amateure den Sprung in die dem Profibetrieb nähere Regionalliga.

Fürs Individualtraining ins Auge gefasst ist aber kein Unbekannter im Dorf Mattersburg. Heinz Griesmayer war immerhin der frühe Förderer von Fuchs und Atan.

Ende nächster Woche, so erfuhr der Standard, soll diese Kooperation finalisiert werden. Und schon demnächst wird auch der Stab um Cheftrainer Franz Lederer davon in Kenntnis gesetzt. (Wolfgang Weisgram, DER STANDARD, Printausgabe, Montag, 18. Juni 2007)

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