Escada: Verdacht auf Insiderhandel

10. Juli 2007, 11:29
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Ein Vorstandsmitglied soll für 300.000 Euro Aktien verkauft haben, zwei Tage bevor der Kurs der Aktie um 15 Prozent abstürzte

München - Wegen des Verdachts auf verbotene Insidergeschäfte ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen Escada-Vorstand Beate Rapp. Der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld bestätigte am Sonntag einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus". Demnach durchsuchte die Justiz am Donnerstag nach einer anonymen Anzeige bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht das Vorstandsbüro und die Privatwohnung Rapps.

Nach "Focus"-Informationen veräußerte Rapp im Mai 2006 Aktien des Damenmodekonzerns für mehr als 300.000 Euro. Nur zwei Tage nach dem letzten Verkauf brach der Kurs um 15 Prozent ein, weil ein Großaktionär ausgestiegen war. Rapp verteidigt den Verkauf mit privaten Gründen.

Erst vor wenigen Wochen war das Unternehmen in den Schlagzeilen, nachdem Vorstandschef Frank Rheinboldt nach einem Machtkampf um die Neuausrichtung seinen Posten räumen musste. Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Strategie und Geschäftspolitik bei Escada hatte der Aufsichtsrat einen Wechsel an der Führungsspitze beschlossen. Sein Nachfolger wurde zum 1. Juni der Mode-Manager Jean-Marc Loubier, der bereits im Escada-Aufsichtsrat saß. Rheinboldt stand seit Monaten unter Druck, weil dem russischen Großaktionär Rustam Aksenenko das Reformtempo bei Escada nicht ausreichte. (APA/dpa)

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