Vermittler der FARC-Guerilla reist nach Kuba

6. Juli 2007, 10:47
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"Gefangenenaustausch in entmilitarisierter Zone Kolumbiens"

Bogota - Ein von der kolumbianischen Regierung vorzeitig aus der Haft entlassenes Führungsmitglied der linksgerichteten FARC-Guerilla wird nach eigenen Angaben in wenigen Tagen nach Kuba reisen und dort als Vermittler für den Frieden und humanitäre Fragen tätig werden. Der als "Außenminister" der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) geltende Rodrigo Granda sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag am Sitz der Bischofskonferenz in Bogota, der Tag seiner Abreise nach Havanna stehe noch nicht fest. Über einen möglichen Austausch von Geiseln in der Hand der FARC gegen inhaftierte Mitglieder der Guerilla werde allerdings nicht in Kuba, sondern in Kolumbien verhandelt werden.

Rückzug der Armee

Im Namen der FARC-Guerilla bestand Granda darauf, dass die Verhandlungen in einem Gebiet im Südwesten Kolumbiens rund um die Ortschaften Pradera und Florida stattfinden sollten. Die Armee müsse sich zuvor aus der etwa 800 Quadratkilometer großen Zone zurückziehen. Granda bekräftigte, dass die von der Guerilla im Februar 2002 verschleppte Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt, die auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, am Leben sei.

Die Regierung des rechtsgerichteten kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe hatte Granda insbesondere auf Bitten Frankreichs am 4. Juni aus der Haft entlassen, damit er sich als Vermittler für die Freilassung von 56 FARC-Geiseln einsetzen könne. Unter ihnen befinden sich außer der früheren Präsidentschaftskandidatin Betancourt, drei Drogenfahnder aus den USA und mehrere kolumbianische Politiker. (APA)

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