Intel bastelt an 80-Kern-CPUs für den Desktop

10. September 2007, 10:10
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Multicore-Chips mit x86-Architektur in fünf bis zehn Jahren fertig - Hochleistung für den Desktoprechner

Der Halbleiterkonzern Intel hat angekündigt, einen einsatzbereiten Prozessor mit 80 Kernen bereit zu stellen, den Computerhersteller leicht in ihre Rechnersysteme integrieren können. "Die neuen Multicore-Prozessoren werden wahrscheinlich sowohl die derzeit mehrheitlich verwendeten Prozessoren mit x86-Architektur als auch andere Kerntypen enthalten. So würde beispielsweise ein Chip mit 64 Kernen aus 42 x86-Kernen, 18 Beschleunigerkernen und vier eingebetteten Grafikkernen bestehen", erklärt Jerry Bautista, Forschungsleiter bei Intel.

Supercomputer am Desktop

Mit derartigen CPUs wird die Leistung eines Supercomputers in den Desktop geholt. "Diese Hochleistungschips öffnen Türen zu vielen Anwendungen, die derzeit entweder noch gar nicht oder nur in großen Serveranlagen gerechnet werden können und dabei einige Zeit beanspruchen", erläutert Intel-Sprecher Hans-Jürgen Werner im Gespräch mit pressetext. Beispielsweise benötigt die Berechnung von Klima- sowie Finanzmodellen oder einer komplexen Simulation enorme Rechenleistung, die aktuell schwer bereitzustellen ist. Eine weitere Anwendung sind Suchanfragen nach Kontextinformationen. "Steht genügend Rechenleistung zur Verfügung, könnte man in einem großen Bildarchiv ohne Metainformationen nach einem Foto mit einem 'blondem Mädchen mit Ball in der Hand' suchen", sagt Werner.

Wichtige Frage klären

Die 80-Core-CPU von Intel ist ein Entwicklungsprozessor, der den Technikern helfen soll, wichtige Fragen zu klären. Beispielsweise, wie die Chips mit existenter Soft- und Hardware kompatibel gemacht oder wie die Probleme mit der Hitzeentwicklung sowie dem internen Datenverkehr gelöst werden können. Laut Intel werde es jedoch bald konkrete Ansätze geben. Im aktuell veröffentlichten Konzept heißt es, dass die Kerne in einer Art Außenhülle verpackt sind. Somit würden diese wie eine Serie konventioneller x86-Kerne aussehen beziehungsweise sich wie ein einziger, großer Kern verhalten.

Cache-Nutzung

Das Unternehmen experimentiert unter anderem auch mit der Cache-Nutzung. Durch eine gemeinsame Verwendung könnten Prozesse priorisiert und damit die Leistung erhöht werden. Um die Energieaufnahme und damit auch die Hitzeentwicklung zu reduzieren, arbeiten die Forscher in den Intel-Labors an Low-Energy-Systemen, die lediglich 14 Prozent der aktuell benötigten Energie verbrauchen. Diese Art von Low-Energy-I/O wird sowohl für die Kommunikation zwischen den Kernen als auch zwischen den Prozessoren benötigt. "Ohne einen deutlich verbesserten Energieverbrauch wird es Massive-Multicore-CPUs nicht geben", sagt Randy Mooney, Leiter des I/O-Forschungslabors bei Intel. Bis die 80-Core-CPUs daher in Standardrechnern zu finden sind, wird noch einige Zeit vergehen. "Ich rechne, dass es noch fünf bis zehn Jahre dauert", meint Werner.(pte)

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