Startschuss für Modehaus von Chipperfield

26. September 2007, 10:59
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Peek & Cloppenburg baut einen zweiten Flagshipstore - Der Konzern hat sich mit fast allen Mietern über einen Auszug geeinigt - Nur Heindl hält die Stellung

Peek & Cloppenburg will aus dem ehemaligen Finanzministerium in der Kärntner Straße einen Flagshipstore machen. Wien ist damit die einzige Stadt, wo P&C mit zwei Flagshipstores vertreten ist. Einer existiert bereits in der Mariahilfer Straße. Erworben hat der Eigentümer von P & C, Haro Uwe Cloppenburg, die Liegenschaft Anfang 2005 von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) um 62 Mio. Euro.

Für die BIG war der Verkauf ein gutes Geschäft, denn sie kaufte die Immobilie davor dem Finanzministerium um 50 Mio. Euro ab. Der Düsseldorfer Haro Uwe Cloppenburg, der genauso medienscheu ist wie die Aldi-Brüder, wurde im Oktober 2005 auch österreichischer Staatsbürger.

Zäh gestalteten sich bisher die Ausmietungen der bestehenden Geschäfte, wofür in Summe zwölf Mio. Euro an Ablösen reserviert waren. Bis auf den Wiener Confiseur Walter Heindl dürfte man sich aber jetzt mit allen geeinigt haben. Heindl ist von der Sanierung des Hauses nach wie vor wenig begeistert. Er betreibt dort seit eineinhalb Jahren auf 38 m2 das Süßwarengeschäft United Chocolates und will sich partout nicht vertreiben lassen. 23.000 Euro Monatsmiete wollen die neuen Hausherrn von ihm, sagt er dem Standard, das sei unleistbar. Bisher bezahle er 5000 Euro, zu maximal 9000 Euro sei er bereit. Keiner der Eigentümer habe mit ihm gesprochen, alternative Lokale, die man ihm geboten habe, seien zu klein oder zu teuer. "Wir haben einen gültigen Mietvertrag, wir wollen hier bleiben."

Ungewissheit

Geeinigt hat sich P&C unter anderem mit Backhausen, Maldone und Palmers. Neben United Chocolates hält noch eine Schuhfiliale die Stellung. Wie es jetzt im Zuge des Neubaus weitergeht, ist Heindl ein Rätsel. "Wir wissen nicht, was passiert. Angeblich bauen sie einen Betonring um uns." Heindl habe United Chocolates am prominenten Standort Kärntner Straße zu einem Liebhaberpreis erworben und viel investiert. "Vermutlich werden sie uns jetzt ein Ablöse bieten. Aber die muss schon erheblich sein."

Die 650 Finanzbeamten, die bisher an der vornehmen Adresse ihren Dienst versahen, sind bereits umgezogen: Sie arbeiten in den ehemaligen Büros der Statistik Austria im dritten Bezirk.

P&C betreibt in Österreich sieben Standorte, weitere sollen folgen. (Claudia Ruff Verena Kainrath, DER STANDARD-Printausgabe, 16./17.6.2007)

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    bild: peek & cloppenburg
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