Zwölf unvergleichliche Hengste

17. Juni 2007, 18:33
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Das sonntägliche Galopper-Derby startet ohne klaren Favoriten – Erhöhung des Mindesteinsatzes ärgert die Wetter

Ebreichsdorf – Die 139. Auflage des österreichischen Galopper-Derbys, die am Sonntag (17.40) im Magna Racino gelaufen wird, hat keinen klaren Favoriten. Zwölf dreijährige Hengste, deren Verfassungen nur schwer vergleichbar sind, kommen an den Start.

Der Papierfavorit Walharer aus dem berühmten italienischen Trainingsquartier von Bruno Grizetti hat seine jüngsten beiden Rennen in Mailand gewonnen, auf weichem Boden und einer Bahn mit langen Linien. In Ebreichsdorf geht es über 2200 Meter eher eng zu, mit überhöhten Kurven, die Pferd und Reiter (Gregorio Arena reitet erstmals hier) einiges abverlangen. Dagegen hat der aus Ungarn anreisende Fuchshengst Saldenzar unter Jockey Piotr Krowicki Ende Mai bewiesen, dass er mit der Bahn bestens zurecht kommt. Damals ließ er über eine etwas kürzere Distanz den von Altmeister Emmerich Schweigert am Ort trainierten Italian Stallion um vier Längen hinter sich. „Unser Pferd wurde im Rennen _angaloppiert“, erklärt Schweigert. „Da war er sicher etwas behindert. Die Verletzung ist aber voll ausgeheilt. Wir sind Sieganwärter.“

Topstar im Sattel

Nicht zuletzt auch deshalb, weil im Sattel der irische Weltklasse-Jockey Johnny Murtagh (37) sitzt. Der gewann schon etliche Derbys in England und Irland, war zuletzt im Epsom-Derby Zweiter hinter Frankie Dettori. Murtagh, der übrigens auch ganz gerne in Hindernisrennen reitet, weil dort das Gewichtslimit höher liegt, kann sich schon in vorhergehenden Rennen aufwärmen.

Trainer Gerard Martin, der zurzeit die österreichische Trainerstatistik anführt, hat gleich drei Pferde im Rennen. Die besten Chancen rechnet er sich mit Armigerent aus, der zwar zuletzt von Saldenzar glatt geschlagen wurde, diesmal aber von Jockey Stanislav Georgiev mit anderer Taktik („hinten schlafen, erst am Schluss kommen“) geritten werden soll. Gespannt kann man auf Sabato sein, den der junge Markus Geisler heuer erstmals an den Start bringt. Im Vorjahr gewann Sabato das wichtigste Jahrgangsrennen gegen Schweigerts Italian Stallion.

Etwas enttäuschend ist, dass trotz der Dotation von 120.000 Euro (54.000 für den Sieger) keiner der sonst so reisefreudigen deutschen Rennställe im Derby antritt. Für die Spieler unerfreulich ist die Erhöhung des Mindesteinsatzes in der 6er-Wette von 25 auf 40 Cent, was bei gleichem Budget die Kombinationsmöglichkeiten erheblich einschränkt. Wenig verwunderlich, wenn die Wettumsätze inferior bleiben. Was auf Stronach-Bahnen bereits zu Rennpreis-Kürzungen führt. Im Racino ist vorerst das Derby um 30.000, das Rahmenprogramm um 10.000 Euro gekürzt worden. (Nikolaus Dolenz - DER STANDARD PRINTAUSGABE 16.6. 2007)

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    85.000 Euro hat Walharer unter Gregorio Arena schon erlaufen. Am Sonntag sollen 54.000 dazukommen.

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