NÖM hat Appetit auf mehr

10. Juli 2007, 11:29
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Expansion nach England und in die Ukraine nimmt konkretere Formen an - Aus Sorgenkind wurde marktorientiertes Unternehmen

NÖM will in fünf Jahren 1 Mrd. Euro Umsatz machen BILD - Kdolsky testet neues NÖM-Produkt Baden/Wien - Der in Baden bei Wien ansässige heimische Molkereikonzern NÖM hat sich ambitionierte Ziele gesetzt. In fünf Jahren will das zum Raiffeisen-Reich zählende Unternehmen seinen Umsatz auf eine Mrd. Euro mehr als verdreifachen. Erreicht werden soll das unter anderem durch die Expansion in die Ukraine, nach England und nach Südosteuropa.

"Raiffeisen hat sein Portemonnaie geöffnet und gesagt, wir müssen nicht mit jemand anderem zusammengehen, wir machen das selber", sagte der vor Jahren als NÖM-Sanierer eingesetzte Generalbevollmächtigte des Unternehmens, Gerhard Schützner, Donnerstagnachmittag anlässlich eines Besuches von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky und Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad bei der NÖM in Baden.

"Finale Gespräche"

Derzeit bereite man sich daher mit einer Rückendeckung in Höhe von 200 Mio. Euro seitens Raiffeisen auf die Expansion vor. Um in Zukunft auf dem europäischen Parkett mitspielen zu können, müsse man mit Produktionsstätten in verschiedenen Ländern vertreten sein, betonte Schützner.

Derzeit befinde sich die NÖM in "finalen Gesprächen" zu einem Standort in der Ukraine, wo rund 30 km außerhalb von Kiew ein bestehender Betrieb übernommen und in Folge ausgebaut werden soll. Einen zweiten neuen Standort plane die niederösterreichische Molkerei in England, wo auf Grund der schon derzeit guten Absätze von NÖM-Produkten ein "erfolgreiches Geschäft" erwartet werde. "Nachdenken" würde man zudem über einen dritten Standort in Südosteuropa.

Die Unterstützung von Raiffeisen für die NÖM zeige, dass "wir wieder in den Kernkompetenz-Bereich von Raiffeisen - die Landwirtschaft - gehen", sagte Konrad. Aus einem "Riesen-Sorgenkind", das ihm "ab und zu schlaflose Nächte bereitet" habe, sei nun ein marktorientiertes Unternehmen" geworden, zeigte sich der "gesellschaftsrechtliche Großvater" der NÖM, wie er sich selbst bezeichnete, stolz.

Positive Bilanz

Wie erfolgreich die NÖM unterwegs sei, zeige ein Vergleich mit anderen Molkereien: Bei einem Umsatz von 310 Mio. Euro verbuchte die NÖM 2006 ein EGT von 13 Mio. Euro. "Damit machen wir mehr als die Hälfte des Ergebnisses aller heimischen Molkereien", zeigte sich Schützner stolz. Mit einer Exportquote von 50 Prozent sei man nun auch in der EU gut aufgestellt. Vor zehn Jahren verarbeitete die NÖM 30 Prozent der Milch und exportierte 70 Prozent als Rohmilch. Nun habe sich das Blatt gewendet: Im Vorjahr musste erstmals sogar Milch zugekauft werden, erläuterte NÖM-Vorstand Alfred Berger. Die NÖM verarbeitet 300 Mio. Kilogramm Milch im Jahr und wird von 4.200 Milchbauern der Milchgenossenschaft MGN beliefert.

2007 will die NÖM einen Umsatz von 340 bis 350 Mio. Euro machen, die Hälfte davon im Ausland, gab Berger den Weg vor. Beim Ergebnis sei eine Prognose schwer, nicht zuletzt auf-Grund des steigenden Bauern-Milchpreises.

Begeistert von der NÖM und deren Produkten zeigte sich auch Kdolsky, die vor allem die "gesunde, aber geschmackvolle Ernährung", bei der man bei der NÖM Wert lege, hervorhob. So stellte sich die Ministerin auch zur Verfügung, ein neues Produkt zur Senkung des Cholesterinspiegels persönlich zu testen. (APA)

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