M-real Hallein AG mit leichtem Verlust

10. Juli 2007, 11:29
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Die M-real Hallein AG produzierte im vergangenen Jahr so viel Papier wie noch nie, steigende Kosten ergeben dennoch ein leichtes Minus

Salzburg - Die M-real Hallein AG produzierte im vergangenen Jahr so viel Papier wie noch nie: Rund 300.000 Tonnen Papier - um 4,4 Prozent mehr als 2005 - wurden hergestellt. Doch die herrschenden Überkapazitäten am Feinpapiermarkt und die steigenden Kosten bei Energie und Holz führten dazu, dass 2006 mit einem Minus im Ergebnis abgeschlossen werden musste, erläuterte Jörg Harbring, Vorstandsvorsitzender der M-real Hallein AG am Donnerstagabend vor Journalisten.

Bei einem Jahresumsatz von 233,7 Mio. Euro musste die M-real Hallein AG einen Verlust von zehn Mio. Euro hinnehmen. Dieser Verlust sei vor allem auf Einmaleffekte, die durch das 2006 begonnene Restrukturierungsprogramm entstanden sind, zurückzuführen, sagte Harbring. Dieses Programm sieht einen Abbau von Mitarbeitern durch ein Vorruhestandsmodell vor. Im vergangenen Jahr reduzierte sich der Beschäftigtenstand dadurch um 40, heuer um 30 und 2008 um weitere 30 Personen. Derzeit arbeiten in der Papier- und Zellstofffabrik, die zum finnischen M-real-Konzern gehört, 695 Beschäftigte.

Neue Papiersorte

Mit einer neuen Papiersorte - EuroArt Plus - will das Halleiner Traditionsunternehmen am Markt punkten. Diese Sorte wird aus einer neu entwickelten Zellstofffaser hergestellt und ermöglicht es den Druckereien, bei gleichem Ergebnis etwa zehn Prozent des Papierbedarfs einzusparen. Das Papier hat ein höheres Volumen und eine bessere Steifigkeit. In Italien sei diese Sorte schon sehr erfolgreich, sagte Harbring. Mit diesem neuen Produkt wolle man sich am gesättigten Markt vom Mitbewerber differenzieren.

Um den Überkapazitäten in Europa entgegenzuwirken, schließt der M-real-Konzern derzeit Werke. So wurde bereits in Großbritannien eine Fabrik zugesperrt, Ende Juni folgt ein Werk in Schweden. In Deutschland werden zwei Papiermaschinen stillgelegt, berichtete Harbring. Derzeit würden in Europa rund zehn Millionen Tonnen Feinpapier erzeugt, der Bedarf sei aber geringer. Wachsende Märkte sieht Harbring vor allem in Osteuropa.

Weitere Produktivitätssteigerung

In Hallein werde weiter in die Produktivitätssteigerung investiert, berichte der Vorstandsvorsitzende. 2006 wurde ein Biomasseheizkraftwerk in Betrieb genommen. Die Energiekosten sollen durch höhere Effizienz um ein bis zwei Mio. Euro gesenkt werden. In einem Projekt wird untersucht, ob es wirtschaftlich ist, aus Abfallstoffen aus der Zellstofferzeugung Ethanol herzustellen. Mit der Salzburg AG laufen Gespräche, mehr Abwärme ins Fernwärmenetz zu liefern. Das würde M-real Hallein ermöglichen, mehr Strom selbst herzustellen und damit die Energiekosten zu senken, erläuterte Harbring.

Wenig Freude hat der Papierhersteller mit den Regelungen des Ökostromgesetzes. Holz werde verstärkt für die energetische Nutzung eingesetzt - und das in stark geförderten Heizwerken, deren Energieeffizienz oft sehr gering wäre. Durch die stoffliche Verwertung von Holz - etwa in der Papier- oder der Plattenindustrie - würde aber eine wesentlich höhere Wertschöpfung erzielt und würden Arbeitsplätze gesichert. Die Verknappung des Rohstoffs Holz führe zu sehr hohen Preisen, welche Konkurrenznachteile für die heimische Papierindustrie mit sich brächten. Harbring kritisierte außerdem, dass die energetische Verwertung von Ablauge in Österreich nicht - wie in anderen Ländern - gefördert werde. Das bedeute für die heimische Papierindustrie Wettbewerbsverzerrungen im Ausmaß von 40 bis 50 Mio. Euro, sagte Harbring.(APA)

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