Österreichs Inlandsbanken ineffizient

2. Juli 2007, 14:33
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Deutsche Banken bei Kosten ganz vorne - Währungsfonds ortet Potenzial für Einsparungen

Washington/Wien - Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) arbeiten die auf Inlandsgeschäft ausgerichteten österreichischen Banken noch zu ineffizient. Die Kosten im Vergleich zu den Erträgen seien bei Österreichs Banken höher als der Durchschnitt von 14 europäischen Vergleichsstaaten, errechnete der IWF in einer Studie, in der er eigentlich die Schweizer Inlandsbanken unter die Lupe genommen hat. Die gute Nachricht für die österreichischen Finanzinstitute: Die Schweizer Inlandsbanken sind demnach genauso ineffizient.

Briten am effizientesten

Laut IWF entsprechen die Kosten bei Österreichs Banken im Durchschnitt 63,3 Prozent der Gewinne, in der Schweiz lägen die Kosten bei 63,0 Prozent, im europäischen Durchschnitt dagegen nur bei 58,7 Prozent, so der IWF. Am effizientesten ist das Kosten-/Ertragsverhältnis bei britischen Banken (42,9 Prozent) vor irischen Instituten (49,4 Prozent). Die höchsten Kosten im Vergleich zu den Gewinnen fallen in Deutschland (68,9 Prozent) und den Niederlanden (67,3 Prozent) an.

In den letzten Jahren habe der Konkurrenzdruck viele Schweizer Regionalbanken dazu bewegt, über die Ausgliederung von Unterstützungsfunktionen und Bereichen Kosten zu sparen, hieß es in der Studie. Der IWF sieht allerdings noch Spielraum für weitere Effizienzgewinne. Am meisten Aufholbedarf hätten die Raiffeisen- und die Regionalbanken. So würden sie teilweise zum Teil noch zuviel Personal einsetzen. Zudem seien die Filialnetze noch zu groß.

Konsolidierungsdruck

Als Messlatte für Kostenoptimierungen werden in der Branche meist die Großbanken und Privatbanken herangezogen. Die Unterschiede zwischen den Benchmark-Banken und den weniger effizienten Instituten hätten sich aber in den letzten zehn Jahren vergrößert, heißt es weiter. Für die Kantonalbanken sei es wichtig, genügend Flexibilität zu erhalten, ihre Gewinne zu maximieren, empfiehlt der IWF. Dann wäre es ideal, wenn soziale Aufgaben der staatlichen Geldhäuser aus den Steuern und Dividenden der Kantonalbanken bezahlt würden.

Der IWF erwartet in der Branche erneuten Konsolidierungsdruck. Mittelfristig dürfte dieser auf Grund rückläufiger Wachstumspotenziale bei Banken wieder aufkommen. Dabei dürften die Einsparmöglichkeiten eine wichtige Rolle spielen, so der Währungsfonds. (APA)

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