Dubblestandart: "Immigration Dub"

    8. Juli 2007, 15:59
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    Dub wird international wieder salonfähig, die Wiener Formation mischt jenseits der Heimat kräftig mit

    "It's a long way from Kingston to Vienna. Not quite as far as Tokyo, though ..., but what about London?" - Das neue Album "Immigration Dub" der Wiener Dub-Band Dubblestandart besinnt sich auf das, was sie am besten können: Energiegeladene Live-Sessions einspielen und im Studio zu jenen Stücken zusammenbauen, die ihren Ruf begründet haben.

    Ton-Immigranten

    Stimmenaufnahmen und Overdubs entstanden teilweise in der Bronx von New York mit Truman Chewstik, dem Sänger des Soundsystems von Damian Marley, Devon D oder Ken Boothe, der das Original von "Everything I Own" schrieb, das durch Boy George berühmt wurde.

    Das Ergebnis ist eine metaphorische Soundebene, ein Reggae Beat mit hypnotischem Halt. Hi-NRG Dub Reggae, der teilweise mit Uraltequipment aus den analogen Tagen der Effekt- und Prozessortechnik sowie originalen 2inch Bandmaschinen produziert wurde.

    Hörbar wird das bei "Money Money" - ein Horace Andy-Cover - mit Gaststar Gudrun von Shesays oder "MPLA Dub", im Original von Tappa Zuki: Mit dubbig-analogen, dem Originalen des Reggae Dubs immer verpflichteten Sounds und Beats.

    Mit Feist und Little Axe auf der Bühne

    In ihrer fast zwanzigjährigen Musikgeschichte arbeiteten Dubblestandart unter anderem mit Lee Perry, Dillinger, Sly & Robbie, Ariup oder Mark Stewart zusammen.

    In den österreichischen Medien wird die Band rund um Paul Zasky allerdings immer wieder als Alibi-Reggaeband abgetan. Der internationale Pressespiegel zeigt ein anderes Bild. Die aktuellen Konzertdaten ebenfalls.

    So war die vier Mann starke Truppe letztes Jahr in Kanada auf Tour, spielte dort mit Little Axe/On U Sound, Feist oder Doug Cox. Das wunderbare Stück "Grinning In Your Face" entstand mit ihm, dem bekannten kanadischen Dobrogitarrenspieler. - Dieser Tage ist die Band von Konzerten aus New York und Paris heimgekehrt.

    "When I Fall In Love"

    Einmal das Album durchgehört, bleibt der gefällige Ken Booth Remix von "When I Fall In Love" dauerhaft im Ohr. Und das tut gut so: Dieses Stück bringt Licht in die kräftigen, aber oft harten und kalten Klangpassagen. Mit pfiffiger Leichtigkeit drängt sich diese Nummer dauerhaft ins Gedächtnis und verdient es ein "Sommerhit" abseits des Mainstreams zu werden. - Der einzige Cut übrigens, der nicht live eingespielt wurde.

    Warten auf ein "Best of"..

    Ein Effekt, der sich bei fast jedem neuen Dubblestandart Album einstellt, immerhin das zehnte der Band: Ein paar Nummern sind absolute "must haves", viele bleiben aber "nur" starke Sound- und Klangteppiche. Womit sich ein "Best of Dubblestandart" mittlerweile mehr als aufdrängt.

    Wie immer wünscht man sich außerdem mehr von den eigenen Stücken, die zeigen, wie Instrumentalmusik mit Spirit, intelligenter Political Correctness und kraftvoller Tanzbarkeit einhergehen kann. Wer Dubblestandart bereits auf der Bühne live erlebt hat, weiß, was gemeint ist. (nia)

    Links
    mica Interview mit Bandleader Paul Zasky

    Demnächst zu hören
    02. - 06. Juli, mit Tarrus Riley, Barcelona
    17. - 18. Juli, Salmon & Arms Blues Festival, Canada
    23. Juli, The Notting Hill Art Center, London
    30. Juli Flex, Wien

    • Dubblestandart: "Immigration Dub" (Collision 2007)
      cover cd

      Dubblestandart: "Immigration Dub" (Collision 2007)

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