UN-Gesandter: Biosprit-Einsatz könnte große Hungersnöte auslösen

23. Juli 2007, 16:00
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Ziegler bezichtigt Industriestaaten der Heuchelei

Genf - Der zunehmende Einsatz von Ethanol könnte UN-Angaben zufolge zu Massenhungersnöten führen. Das Recht auf Nahrung sei durch den Ausbau der Produktion von Biosprit hochgradig gefährdet, sagte der zuständige UN- Sondergesandte Jean Ziegler am Donnerstag. "Den Preis dafür werden vielleicht hunderttausende Menschen bezahlen, die deswegen verhungern." Ziegler bezichtigte die Europäische Union, Japan und die USA der "totalen Heuchelei". Diese wollten mit der Ethanolförderung nur ihre Abhängigkeit von importiertem Öl vermindern.

In einigen Regionen Mexikos seien die Maispreise im vergangenen Jahr bereits um 16 Prozent gestiegen, so Ziegler weiter. Im Norden und Osten Brasiliens würden zur Ethanol-Produktion immer mehr Zuckerrohrplantagen angelegt. Dadurch bliebe den Kleinbauern dort immer weniger Land. Er könne zwar verstehen, dass diese verschuldeten Länder Devisen einnehmen wollten. "Vom Standpunkt des Rechts auf Nahrung aus gesehen, ist dies jedoch eine Katastrophe." (APA/Reuters)

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