Strafverfahren gegen Lederfabrik eingeleitet

6. Juli 2007, 13:17
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Entzug des Wasserrechtsbescheids sei aber noch "nicht relevant"

Graz - In der Causa Raab-Schaum hat nun auch das Land Steiermark überschrittene Grenzwerte in den Abwässern der oststeirischen Lederfabrik Boxmark festgestellt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte Ende Mai bereits darauf hingewiesen. Die Bezirkshauptmannschaft Feldbach berichtete am Donnerstag über eingeleitete Strafverfahren gegen die Firma. Boxmark war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Überschrittene Grenzwerte

Nachdem Greenpeace gleich mehrere überschrittene Grenzwerte - u.a. für Tenside, Eisen und Phosphat - in den Abwässern der Lederfabrik aufzeigte, hieß es aus dem Büro von Umweltlandesrat Wegscheider, dass in den im Mai entnommenen Proben ebenfalls "merkbare" Überschreitungen der Phosphatwerte nachgewiesen werden konnten. Verstärkte, unangekündigte Kontrollen würden durchgeführt - die letzte habe man am 30. Mai gemacht.

Der Feldbacher Bezirkshauptmann Plauder bestätigte im APA-Gespräch einen Bericht der "Kleinen Zeitung" vom Donnerstag, dass drei Strafverfahren gegen Boxmark eingeleitet wurden. Ein Verantwortlicher des Unternehmens werde schriftlich vorgeladen bzw. um Stellungnahme gebeten. Die drohende Strafe richte sich nach dem Ausmaß der Übertretung und könne von "mehreren hundert Euro aufwärts" reichen. Ein Entzug des Wasserrechtsbescheids sei aber noch "nicht relevant". Hierfür müssten weitere Grenzwertüberschreitungen vorliegen. Das müsse nun beobachtet werden, so Plauder.

Boxmark und andere Lederfabriken in der Oststeiermark und im Südburgenland werden von Umweltschutzorganisationen und von ungarischen Behörden beschuldigt, die Verursacher eines gelegentlich auftretenden Schaumteppichs auf dem Fluss Raab auf ungarischer Seite zu sein. Boxmark vertrat bisher den Standpunkt, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. (APA)

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