Kunstraum für Kunstschüler

14. Juni 2007, 18:24
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Dachgleiche für 18-Millionen-Euro-Musiktheater der Grazer Kunstuniversität

Graz – Rektor Otto Kolleritsch ist glücklich und voller Pathos: "Kunst ist Fantasie, die das Leben durch Schönheit intensiviert und Hoffnung erzeugt. Österreich hat viel davon in die Welt gesetzt, das musikalische Österreich im Besonderen". Und vom musikalischen Österreich, wie es Kolleritsch formulierte, soll es bald mehr geben. In einem Jahr, ab Sommer 2008, wenn das 18 Millionen Euro teure Architekturjuwel des Grazer Hauses für Musik und Musiktheater (Mumuth) mit der "Zauberflöte" eröffnet wird.

Dieses Herzstück der Grazer Kunstuniversität, deren Rektor Otto Kolleritsch am Donnerstag zur Dachgleiche lud, wurde vom holländischen Architekturbüro UNStudio van Berkel und Bos als bestes von 212 eingereichten Projekten ausgewählt. Mit dem neuen Musiktheater an der Uni, werde ein essenzielles Manko der künstlerischen Ausbildung behoben", sagt Kolleritsch. Hier in den großzügig konzipierten Räumlichkeiten könnten die 1200 Studierenden reale Bühnenerfahrung sammeln und vor allem auch fächerübergreifend arbeiten.

Seit 1963 wird vonseiten der damals noch "Muho" (Musikhochschule) genannten Kunstlehr-Institution, die sich speziell auf dem Jazzmusik-Sektor einen internationalen Ruf erarbeitet hat, ein Ausbildungsgebäude für Orchester-, Chor- und Ensembleproduktionen gefordert. Kolleritsch machte diesen Wunsch zu einem zentralen Anliegen. Im vergangenen Herbst erfolgte schließlich die Unterzeichnung des Vertrages zwischen Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) – die das Gebäude errichtet und betreibt – und der Kunstuniversität, die das Objekt mietet.

Ein wenig Wehmut wird die Eröffnung im kommenden Jahr bei einigen Politikern hervorrufen. Kolleritsch hatte den Bau noch VP-Ministerin Elisabeth Gehrer und der ehemaligen steirischen VP-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic abgetrutzt. Eröffnen werden den Bau aber andere: wie etwa Klasnics Nachfolger SPÖ-Landeshauptmann Franz Voves. (mue / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.6.2007)

  • Das Architektur-Projekt des "Hauses für Musik und Musiktheater" – ein Teil der Grazer Kunstuniversität – war bereits Beitrag der Biennale in Venedig.
    foto: unstudio van berkel & bos

    Das Architektur-Projekt des "Hauses für Musik und Musiktheater" – ein Teil der Grazer Kunstuniversität – war bereits Beitrag der Biennale in Venedig.

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