Milliarden-Paket für Kelag

2. Juli 2007, 14:28
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RWE und das Land Kärnten unterzeichnen einen neuen Wachstumspakt, ein Investitionspaket im Umfang von einer Milliarde Euro wird festgeschrieben

Klagenfurt – Der Verbund kann etwaige Gelüste am Kärntner Energieversorger Kelag fürs Nächste vergessen: „Wenn zwei Partner auf einem so guten Weg sind, wird man ja nicht verkaufen“, wehrte der Vorstandsvorsitzende der RWE Energy AG Berthold Bonekamp in Klagenfurt ab. An einen Verkauf seiner Anteile hatte der deutsche Energieriese, der rund ein Drittel an der Kelag besitzt, ohnehin nie gedacht.

Im Gegenteil: Medienwirksam wurde am Donnerstag ein weiterer Kooperationsvertrag zwischen den Partnern RWE und Land Kärnten, bzw. Kärnten Holding, die die landeseigenen Kelag-Anteile verwaltet, unterzeichnet.

Für die kommenden zehn Jahre wurde darin ein Kelag-Investitionspaket im Umfang von einer Milliarde Euro festgeschrieben. Rund 400 bis 600 Millionen davon werden in den Ausbau der Wasserkraft in Kärnten investiert. Insgesamt wurden fünf Wachstums- und Unternehmensziele formuliert. Bonekamp: "Damit haben wir jetzt ein neues großes Kapitel unserer bisherigen gemeinsamen Erfolgsgeschichte aufgeschlagen. Wir sehen noch großes Wachstumspotenzial."

Ausbau Wasserkraft

Was das konkret bedeutet, darüber wollte der RWE-Boss nicht reden. Jedenfalls dürfte nicht nur der Ausbau bestehender, sondern auch die Errichtung weiterer Wasserkraftwerke in Kärnten gemeint sein. Ein zweiter Fokus wird auf regenerative Energie gesetzt. Dazu soll neben der bestehenden Kelag-Wärmebetriebsgesellschaft für Biomasse die Biomasse-Wärmebetriebsgesellschaft (WBG) die WBG-International gegründet werden. Diese wird zu 51 Prozent im Eigentum der Kelag und zu 49 Prozent im Eigentum der RWE-Energy AG stehen und soll vor allem auf den Märkten in Südosteuropa, Norditalien und der Schweiz tätig werden.

Ein Türöffner Vor allem am der südosteuropäischen Markt sieht der deutsche Energieriese noch kräftiges Wachstumspotenzial. Hier will man nicht nur selbst als Anbieter auftreten, sondern hat auch Appetit auf jede Menge Beteiligungen. Und weil die RWE-Partnerschaft mit der Kelag gar so gut läuft, sind die Deutschen auch gerne bereit, auf 20 Mio. Euro Dividende zugunsten des von Landeshauptmann Jörg Haider ins Leben gerufenen Mölltaler Talschaftsfonds, in den auch der Verbund einzahlt, zu verzichten. Bonekamp: "Wenn man sich in einem Land engagiert, muss man natürlich auch dessen Zielsetzungen unterstützen." (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.6.2007)

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