Moody's rechnet mit anhaltendem Übernahmeboom

2. Juli 2007, 14:33
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Neue Großbanken könnten in kleinere profitablere Einheiten aufgespalten werden

Frankfurt - Die Rating-Agentur Moody's sieht keine Ende des Übernahmebooms im europäischen Finanzsektor. "Es gibt starke und offensichtlich überzeugende Gründe, davon auszugehen, dass die Konsolidierung anhält", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Bonitätsexperten. Treiber seien die gute Konjunktur oder einfach der Wunsch, der eigenen Übernahme durch einen Kauf zuvor zu kommen.

Zudem seien Hindernisse für grenzüberschreitende Fusionen abgebaut worden und viele Institute verfügten über eine gefüllte Kriegskasse. Darüber hinaus nehme der Wettbewerbsdruck zu.

Fusionskarusell gewinnt an Fahrt

Das Fusionskarussell im europäischen Finanzsektor hat an Fahrt gewonnen. So tobt in Holland eine Übernahmeschlacht um die Großbank ABN Amro. Vorausgegangen war die Forderung eines Hedgefonds, das Institut zu zerschlagen. Erst kürzlich hat UniCredit in Italien den milliardenschweren Kauf des heimischen Konkurrenten Capitalia angekündigt. Und in Frankreich gibt es Gerüchte, Societe Generale könnte mit BNP Paribas fusionieren.

Für die Gläubiger dürften sich Übernahmen im Finanzsektor nach Einschätzung von Moody's eher vorteilhaft auswirken und häufig zu einer Verbesserung der Bonitätsnoten führen. Eine Konsolidierung sei aber keineswegs das einzig mögliche Szenario, hieß es weiter. So sei denkbar, dass einzelne Institute von ihren Aktionären dazu gedrängt würden, Teilbereiche abzuspalten und so die Bewertung zu heben.

"Als Folge könnten in diesem Szenario große und weniger effiziente Banken in profitablere Einheiten aufgespalten werden", hieß es. Diese könnten dann von anderen Häusern geschluckt werden oder als kleinere eigenständige Institute am Markt aktiv bleiben. (APA/Reuters)

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