Erdöltechniker: Neun Ergebnisse

24. September 2007, 15:00
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Ein Mann mischt den Markt auf: Mit seinem Leihpersonal-Portal "wer-hat-wen.at" schafft ein Steyrer belebende Unruhe - und neue Chancen für KMU

Die Idee ist simpel: Unternehmen, die vorübergehend mehr Arbeit als Personal haben, sollen auf einem Portal, das alle Personal-BereitstellerInnen bündelt, so schnell wie möglich fündig werden.

Trotzdem hat es lange gedauert, bis die Idee zur Firmenidee und wenig später zur Firma wurde: Anfang Februar 2007 stellte der Steyrer Manfred Maureder seine Plattform wer-hat-wen.at ins Netz.

Bearbeitungsdauer: Ein halber Tag

Auf einem Portal mit google-verwandter Grafik und Bedienungslogik können UnternehmerInnen regional, österreich- oder EU-weit verfügbares Leihpersonal suchen. Bei der Online-Suche kann schon nach Ausbildungsgrad und anderen Merkmalen - wie Führerschein, Deutsch-Kenntnissen, etc. - gefiltert werden. Die Suchmaschine spuckt dann nur jene Angebote aus, die den Kriterien entsprechen und aktuell verfügbar sind. Per Mausklick kann dann - rund um die Uhr - eine Anfrage zu den interessantesten Angeboten abgeschickt werden. Von der Sucheingabe bis zum Zeitpunkt, zu dem die neue Arbeitskraft im Betrieb zu werken beginnt, vergehe oft nur ein halber Tag, erklärt Maureder - je nachdem, wie rasch sich BeschäftigerIn und ÜberlasserIn geschäftlich einigen.

Schneller Überblick

Die kurze Reaktionszeit sieht der Firmengründer auch als Erklärung für den "fulminanten Start" des Portals: Seit Februar hat sich die Zahl der NutzerInnen verdoppelt, derzeit laufen pro Monat 500 bis 600 Anfragen über das System - vor allem von KMU. Der Grund: Bisher hätten sich Unternehmen von einem Bereitsteller zum nächsten "durchtelefonieren" müssen, um an geeignetes Personal zu kommen. "Kleinbetriebe sind dabei oft leer ausgegangen, obwohl ein paar Kilometer weiter weg ein anderer Bereitsteller genau das passende Angebot gehabt hätte", sagt Maureder, der die Leiharbeits-Branche seit Ende der Achtzigerjahre von innen kennt.

Für die Unternehmen ist der Service gratis, an zusätzlichen Kosten fällt jedoch die übliche Marge der BereitstellerInnen an. Für einen Bruttostundenlohn von zehn Euro wären das statt 19 Euro (inklusive Lohnnebenkosten) 23 Euro, also um drei bis vier Euro mehr, als einE FixangestellteR kosten würde. Die Seite finanziert sich aus Inserateinnahmen der Bereitstellungsfirmen.

Was Leiharbeit betrifft, sieht Maureder bei KMU noch viel aufzuholen. Das liege weniger am mangelnden Bedarf - kurzfristige Auftragsspitzen könnten beispielsweise mit Zeitarbeit abgefedert werden - als an der Vertriebsstrategie der großen BereitstellerInnen, die auf große Unternehmen fokussiert sei.

Vorurteile

Zudem gebe es unter den KleinunternehmerInnen Ängste, die zum Teil begründet sind: Ein einzelner Mitarbeiter kann in einem Fünf-Beschäftigten-Betrieb mehr Schaden anrichten als in einem 100-Leute-Unternehmen. Leihkräfte seien aber besser als ihr Ruf: Dieser sei geprägt von der Vorstellung, dass "das die Leute sind, die sonst nichts finden" - laut Maureder ein verstaubtes Klischee: "Früher konnten Schlosser als Fachkräfte angeboten werden, die gar keine Lehrabschlussprüfung gehabt haben. Heute geht das nicht mehr".

"Nichts Obszönes"

Für den 43-Jährigen hat sich der Start-up gelohnt: Zum Launch des Portals war abseits des Marktführers Trenkwalder noch keine andere Bereitstellungsfirma dabei. Zwei Wochen später waren es schon zehn AnbieterInnen - und vier Monate später bereits 35. Maureders Ziel: "Alle seriösen Anbieter" sollen sich auf seiner Seite versammeln - zurzeit stünde Konkurrenzdenken dem noch entgegen. Effizient ist das Unternehmen allemal: Die Anbieter schalten ihre Inserate selbst frei - die vier MitarbeiterInnen des Betriebs schauen dann nur noch darauf, "dass nichts Obszönes dabei ist". (Maria Sterkl)

  • Personalsuche per Vorauswahl oder via Schlagwort: Falls sich hier nichts findet, kann eine Ausschreibung an alle AnbieterInnen verschickt werden - mit einem Mausklick und ohne Kosten
    screenshot: wer-hat-wen.at

    Personalsuche per Vorauswahl oder via Schlagwort: Falls sich hier nichts findet, kann eine Ausschreibung an alle AnbieterInnen verschickt werden - mit einem Mausklick und ohne Kosten

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