Neue Rheumamittel vielversprechend

14. Juni 2007, 12:53
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Neue Medikamente gegen Gelenksrheuma­tismus haben laut Wiener Wissenschaftern gutes Potenzial - Nebenwirkungen teilweise jedoch nicht unerheblich

Wien - Eine neue Generation von Medikamenten könnte die Behandlungsmöglichkeiten von chronischem Gelenksrheumatismus entscheidend verbessern. Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien haben in Tests nachgewiesen, dass MabThera, Tocilizumab und Orencia den Verlauf verlangsamten und die Symptome verringerten. Laut der in The Lancet veröffentlichten Studie beruht die Wirkungsweise auf der Beeinflussung des Immunsystems - Nebenwirkungen sind jedoch vorhanden.

Derzeit keine Heilung

Gelenksrheumatismus ist eine schmerzvolle und häufig lähmende Autoimmunerkrankung. In Großbritannien zum Beispiel sind rund 400.000 Patienten betroffen. Derzeit gibt es keine Heilung. Das Immunsystem greift die Gelenke an. Die Folge sind Schwellungen und eine Schädigung von Knorpeln und Knochen. Die Forscher, die bereits in der Vergangenheit für die Hersteller dieser neuen Medikamente Projekte übernommen haben, betonen, dass die bestehenden Behandlungsansätze nur über eine beschränkte Wirkung verfügen.

Verbesserung durch drei neue Medikamente

Manche Patienten sollen von der neuen Medikamentengeneration deutlich profitieren. Der leitende Wissenschaftler Josef Smolen erklärte, dass alle drei neuen Medikamente die Anzeichen und Symptome von chronischem Gelenksrheumatismus verringerten, die körperliche Beweglichkeit und den Gesundheitszustand verbesserten und das Fortschreiten der Gelenkschädigung verlangsamten.

Wirkung auf verantwortliche Zellen

Die Wirkung der neuen Medikamente beruht entweder auf der Zerstörung oder der Verhinderung der Aktivierung jener Zellen, die für eine Erkrankung verantwortlich sind. MabThera wird auch zur Behandlung von Lymphknotenkrebs eingesetzt. Tests zeigten, dass das Medikament die Symptome bei mehr als einem Drittel der Patienten um mehr als 50 Prozent verringerte. Die Kombination von Orencia mit der herkömmlichen Behandlung mit Methotrexaten führte bei rund 40 Prozent der Teilnehmer ebenfalls zu einer Verbesserung um 50 Prozent.

Eine ähnliche Wirkung erzielte Tocilizumab, für das derzeit noch klinische Tests durchgeführt werden. Laut den Forschern gibt es jedoch Nebenwirkungen. Manche der Patienten berichteten von einem häufigeren Auftreten schwererer Infektionen, wenn sie mit MabThera oder Orencia behandelt wurden. Bei Tocilizumab kam es zu Kopfschmerzen, Hautausschlägen, Fieber und erhöhten Cholesterinwerten. (pte)

Link: Studie: The Lancet (Registrierung notwendig)
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