BA-CA-Indikator erreicht Rekordwert

3. Juli 2007, 16:11
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Der Konjunkturindikator der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) stieg im Mai auf 4,7 und erreichte damit den höchsten Wert seit 1990

Wien - Die Konjunktur in Österreich boomt: Der Konjunkturindikator der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) stieg im Mai auf 4,7 und erreichte damit den höchsten Wert seit 1990. Das Vertrauen der Industrie habe wieder leicht zugelegt. Gemeinsam mit der nochmals verbesserten Konsumentenstimmung habe das zu einem weiteren Anstieg des Konjunkturindikators geführt, so Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA-CA, am Donnerstag. Für heuer erwarten die Ökonomen ein Wachstum von 3 Prozent, für 2008 gehen sie von einem Rückgang auf 2,3 Prozent aus.

Rückgang der Industriestimmung

Die leichte Korrektur des Rückganges der Industriestimmung vom April und der neuerliche Anstieg der Konsumentenstimmung waren damit stärker als der Rückgang der Stimmung der Industrie im Euroraum. Trotz der besseren Konsumentenstimmung in Österreich enttäuschte jedoch der Private Konsum insgesamt im ersten Quartal, so die BA-CA-Ökonomen. Obwohl sich die Einzelhandelsumsätze gut entwickelten, blieb der gesamte Konsum mit seinem Wachstum im ersten Quartal sogar hinter dem Durchschnitt der letzten drei Jahre zurück.

Die Beschäftigung ist in Österreich auch im ersten Quartal so stark gestiegen wie seit Jahren nicht mehr und die verfügbaren Einkommen dürften 2006 sowohl real als auch nominell so stark gestiegen sein wie noch nie seit 2000. "Trotz Optimismus in die Zukunft und guter Arbeitsmarkt- und Einkommensentwicklung sparen die Österreicher soviel wie seit mehr als zehn Jahren nicht, die Sparquote erreicht 10 Prozent", so Stefan Bruckbauer von der BA-CA. Die ersten Schätzungen für den April und Mai lassen erneut keine besondere Dynamik der privaten Nachfrage erkennen.

Kein untypisches Konsumverhalten

Grundsätzlich könne man jedoch nach Meinung der BA-CA Ökonomen nicht von einem untypischen Konsumverhalten der Österreicher in den letzten Jahren sprechen, lediglich in den letzten beiden Quartalen kam es zu einer divergierenden Entwicklung. Während das Beschäftigungswachstum weiterhin bei über 2 Prozent blieb, ging die Jahreswachstumsrate des Konsums von real 2 Prozent im dritten Quartal 2006 auf 1,2 Prozent im ersten Quartal 2007 zurück. Gleichzeitig stieg die Sparquote deutlich an. Trotz dieses etwas überraschenden Rückganges der Konsumdynamik zu Jahresbeginn 2007 blieb der Konsum höher als im Euroraumdurchschnitt, so wie in den letzten zwei Jahren.

Die Entwicklung der letzten Jahre und auch der internationale Vergleich zeige, dass der Konsum in Österreich durchaus mit der Beschäftigungsentwicklung im Einklang stehe und die kurzfristige Schwäche beim privaten Konsum überwunden werden könne und damit die Konjunktur wieder auf eine breitere Basis gestellt werde, meint Marianne Kager. Die Ökonomen der BA-CA gehen daher davon aus, dass sich dieser "Konsumstau" im Verlauf der nächsten Monate wieder etwas auflösen sollte.

Auslandskonjunktur verliert an Tempo

Dies sei nach Meinung der Ökonomen auch notwendig, da die Auslandskonjunktur im Jahresverlauf an Tempo verlieren werde. Dafür sprechen viele Indikatoren, wie die Stimmung in der Industrie im Euroraum und auch die zuletzt etwas enttäuschende Industrieproduktion in vielen Ländern des Euroraumes. Mit der sich nun langsam beschleunigenden inländischen Nachfrage und einer vorläufig noch immer sehr guten Auslandskonjunktur sollte dann das Wachstum in den nächsten Monaten nach Meinung der BA-CA über Potenzial bleiben und nur wenig unter dem ersten Quartal liegen.

Damit bestätigt sich die Erwartung eines Wachstums von leicht über 3 Prozent für 2007. 2008 gehen die Ökonomen der BA-CA davon aus, dass die guten Rahmenbedingungen der letzten Jahre, nicht zuletzt der Arbeitsmarkt und die Einkommen, die private Nachfrage lebhaft bleiben lassen. Die Investitionen werden jedoch wieder etwas nachlassen, die Exportnachfrage sollte schwächer sein, was auf eine leichte Abkühlung im Euroraum zurückzuführen sei. "Bei guter Inlandskonjunktur wird die nachlassende Auslandsnachfrage 2008 das Wachstum für Österreich auf 2,3 Prozent reduzieren", meint Bruckbauer. (APA)

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