BA-CA prüft Kredit für Ilisu-Staudamm

2. Juli 2007, 15:23
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Protestaktionen geplant

Wien – Nach der Übernahme der Exporthaftung durch die_Republik erwägt nun die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) die Finanzierung des Ilisu-Staudammes in der Türkei mittels Krediten. Es geht um einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag, der derzeit noch die bankinternen Prüfsysteme durchläuft. Staudammgegner wie die Nichtregierungsorganisation ECA Watch sprachen am Mittwoch von „schmutzigem Geld“ und bereiten erste Protestaktion gegen die BA-CA in Wien vor.

Die Bank bestätigte am Mittwoch Abend, die Kreditvergabe zu prüfen, und nimmt die Protestankündigung zur Kenntnis: „Daran können wir nichts ändern“, sagte ein Sprecher zum Standard. Die Finanzierungsentscheidung sei aber noch nicht gefallen, das Projekt hänge auch „an zahlreichen Auflagen, die die türkische Regierung noch erfüllen“ müsse. Zur Erklärung: Ende März hatten die Kontrollbanken von Österreich, Deutschland und der Schweiz grünes Licht für Exportlieferungen von Ausrüstungen für das 1,2 Mrd Euro teure Staudammprojekt gegeben.

Nach ECA-Watch-Angaben würde die Bank „mit dem Geld der Sparer und Anleger die Zerstörung des Weltkulturerbes von Hasankeyf, die Vertreibung zigtausender Menschen sowie eine ökologische Katastrophe unterstützen. Natürlich ohne das Wissen der Kunden.“ Um dagegen zu protestieren und die BA-CA-Kunden zu informieren, plant ECA-Watch eine Serie von Protestaktionen. Auftakt soll eine Aktion vor einer BA-CA-Filiale am kommenden Dienstag sein. Die BA-CA ist innerhalb des UniCredit-Konzerns für die Türkei zuständig. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 14.6.2007)

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