Kindergartenjahr soll umgebaut werden
Wien - Bei der Gesamtschule ist es Jörg Haider schon gelungen, als erster Landeshauptmann mit Bildungsministerin Claudia Schmied (SP) Modellregionen für Schulversuche anzubieten. Jetzt will der Kärntner Landeshauptmann auch in Sachen verpflichtendes Vorschuljahr der "Vorreiter" sein. Der BZÖ-Politiker will das letzte Kindergartenjahr flächendeckend in eine Vorschule umwandeln, kündigte er am Mittwoch an. Start soll bereits im Herbst sein.
Allerdings könnte ihm die Bundesregierung die angestrebte Vorreiter-Rolle noch aus der Hand reißen, indem sie die achtwöchige Einspruchsfrist nach Vorliegen einer gesetzlichen Grundlage nutzt und Haiders schulpolitisches Vorhaben untersagt.
Haiders Argument für den Umbau des Kindergartenjahres in ein Vorschuljahr ist die Zuständigkeit der Länder im Kindergartenbereich. Deshalb könne er da unabhängig agieren. Er hofft auf einen Beschluss noch vor dem Sommer. Die Verfassungsabteilung der Landesregierung sei bereits angewiesen, so rasch wie möglich die entsprechende gesetzliche Vorlage vorzubereiten: "Wir werden im Rahmen unserer Kindergartenorganisation ein Gesetz verabschieden und somit das erste Bundesland sein, das einen konkreten Schritt der Schulreform im autonomen Bereich setzt", sagte Jörg Haider.
Er ist davon überzeugt, dass sowohl einheimische als auch zugezogene ausländische Kinder vom Vorschuljahr profitieren würden. In erster Linie gehe es um die Verbesserung der Sprachkenntnisse. Es sei nämlich evident, dass auch österreichische Kinder in diesem Bereich oftmals Defizite hätten, sagte der Landeschef.
Der Unterricht solle von den Kindergartenpädagoginnen durchgeführt werden, nötigenfalls unter Beiziehung von Lehrerinnen und Lehrern. Die Kosten würde das Land Kärnten tragen. (APA, nim/DER STANDARD, Printausgabe, 14.6.2007)