"MiA": Lorenz weiterhin nicht für Programmerfolg im Vorabend haftbar

27. Juli 2007, 17:50
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Wrabetz' Erfolgsprämie hängt am Vorabend - die seiner Programm- direktoren bisher nicht - Mediaplaner begrüßen das Ende

ORF-General Alexander Wrabetz beerdigt das Kernstück seiner Programmreform vorzeitig. Seine Erfolgsprämie hängt am Vorabend - die seiner Programmdirektoren nicht - und das bleibt auf Wunsch von Wrabetz auch weiterhin so, wie Stiftungsräte aus der Sitzung vom Donnerstag berichteten. Mediaplaner begrüßen das Ende der Sitcom.

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Wien - "Keinen großen Trennnungsschmerz" verspürt Paul Schauer und "kann die Entscheidung nur begrüßen". Der Geschäftsführer von Österreichs größter Mediaagenturgruppe Media Austria wollte der ORF-Programmreform Zeit geben. Aber die tägliche Sitcom sei ja "messbar in den Zahlen nicht gelungen".

Er habe vor der Reform "vorsichtshalber" geraten, Budgets in die verbleibende Infoschiene auf ORF 2 zu verlegen, sagt Schauer dem STANDARD. Und nun? "Abwarten", was auf dem Platz passiert. Schon klar: "Malcolm mittendrin", gerade ausgelaufen, übernimmt ihn in vielfacher Wiederholung vorerst ab Ende Juni. Frühestens gegen Ende 2008 will die Anstalt einen weiteren (letzten) Versuch mit einer eigenproduzierten täglichen Vorabendserie unternehmen.

Umgewöhnungsschwierigkeiten

Programmdirektor Wolfgang Lorenz übernimmt die Verantwortung für den Flop. Sprachlich, aber bisher nicht finanziell: Der ORF bestätigt Infos des STANDARD, wonach das im Vorjahr festgelegte Quotenziel für die Erfolgsprämie der Programmdirektoren noch nicht gilt, sehr wohl aber für den Generaldirektor. Der Stiftungsrat diskutiert das Thema erst am Donnerstag.

Lorenz sieht laut APA "Umgewöhnungsschwierigkeiten des Publikums" bei "MiA", "Newton" und "Vera exklusiv". VP-Mediensprecher Franz Morak macht nicht ihn, sondern den ORF-General allein verantwortlich. Der zog die Notbremse, weil "MiA" das ORF-Image beschädigte. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 14.26.2007

Hinweis
"Besser Ende mit Schrecken": Mediaagenturchefs begrüßen "MiA"-Entscheidung - "Erfolg mit österreichischer Produktion wäre schön gewesen"
  • Betretene Direktoren in der Kulisse von "Mitten im Achten": Für Programmdirektor Lorenz (li.) ist das Publikum zu wenig flexibel. ORF-General Wrabetz zog die Notbremse.
    foto: standard/newald

    Betretene Direktoren in der Kulisse von "Mitten im Achten": Für Programmdirektor Lorenz (li.) ist das Publikum zu wenig flexibel. ORF-General Wrabetz zog die Notbremse.

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