Blu-ray vs. HD-DVD: Aussicht auf schnelle Erträge als Geduldsprobe

7. Jänner 2008, 12:54
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Konzernrisiko für Sony und Toshiba von Filmbranche abhängig - Koreanische Unternehmen woll beide Formate in einem Player vereinigen

Die Aussicht auf schnelle Erträge dürfte sich für die Hersteller der DVD-Nachfolgeformate Blu-ray (Sony) und HD-DVD (Toshiba) als Kräftemessen und gleichzeitige Geduldsprobe herausstellen. Das berichtet die Financial Times Deutschland am Mittwoch und verweist dabei auf den spürbaren Preiskampf, nur mäßige Absatzzahlen sowie die Beliebtheit des aktuellen DVD-Standards. "Unser Unternehmen hätte gerne einen klaren Trend, dennoch sehen wir die Duo-Layer-Blu-ray-Technologie aufgrund ihrer großen technischen Möglichkeiten und der Verwendung bei den meisten US-Filmstudios im Vorteil", erläutert Bernhard Krause, Sprecher des global tätigen Herstellers für Produktionsanlagen für CD und DVD, Singulus Technologies, im Gespräch mit pressetext.

"Zukunftsformate"

Die beiden "Zukunftsformate" liefern sich derzeit einen Schlagabtausch, der sich in einem spürbaren Preisdruck bemerkbar macht und sich nach Experteneinschätzungen noch weiter zuspitzen wird. "Schon heute wird die Hardware für die neuen Formate von beiden Unternehmen mit Verlust verkauft", meint Wolfgang Schlichting, Experte beim US-Meinungsforschungsinstitut IDC. Folgenreich für Sony und Toshiba könnte sich der bereits begonnene Versuch, die Formate langfristig auf dem Markt zu etablieren, als kurzfristiges Risiko darstellen. "Derzeit ist der Startknopf noch nicht gedrückt und ich glaube, man sollte erst einmal abwarten, in welche Richtung sich der Markt entwickelt", so Krause. Laut den Einschätzungen des US-Marktforschers iSuppli werden alle Hersteller 2007 insgesamt nur 2,6 Mio. der Neugeräte ausliefern.

Detliche Diskrepanz

Der Vergleich mit bislang standardisiert produziert und verkauften DVD-Playern zeigt die deutliche Diskrepanz. So sollen noch in diesem Jahr rund 124 Mio. DVD-Geräte hergestellt werden. "Die Preise für die neuen Blu-ray- und HD-DVD-Geräte sind im Schnitt mit 600 Euro derzeit noch zu teuer. Wir glauben, dass erst mit einem Preisrutsch unter 300 Euro der Consumer-Markt startet", meint Krause. Erst gestern, Dienstag, hat Sony seine Absicht für den US-Markt erklärt, eine Versechsfachung bei den Verkaufszahlen der Blu-ray-Spieler auf etwa 600.000 Stück anzustreben. Marktkonkurrent Toshiba hingegen korrigierte seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Ebenfalls gestern gab das Unternehmen bekannt, statt rund 1,8 Mio. Geräten nur mehr eine Mio. HD-DVD-Geräte abzusetzen.

Unterstützung für beide Formate

So scheint der "Run" auf das zukünftig beherrschende DVD-Nachfolgeformat nicht nur bei den Hauptrivalen, sondern auch bei den koreanischen Herstellerfirmen LG Electronics und Samsung seine Spuren zu hinterlassen. Um kostspielige Wettstreitereien gar nicht erst aufkommen zu lassen, streben die Koreaner zukünftig an, Geräte auf den Markt zu bringen, die sowohl Blu-ray als auch HD-DVD unterstützen. Auch die Filmbrache zeigt erste Reaktionen, wobei sich Warner ein Patent sicherte, bei dem sich beide Formate auf den beiden Seiten einer Scheibe unterbringen lassen. "Hierbei geben die Filmstudios den Trend maßgeblich vor, da es bezeichnend ist, dass nur ältere Filme für beide Formate angeboten werden - ähnlich dem Release der DVD damals", meint Krause abschließend.(pte)

Links

IDC

iSuppli

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