"MiA"-Aus: Rückendeckung aus dem Stiftungsrat

27. Juli 2007, 17:50
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Krammer: Konsequente Entscheidung "in time" - Medwenitsch: "Richtiger Schritt aber riesen Blamage" - Morak: Wrabetz muss Verantwortung übernehmen

Für seine Entscheidung, "Mitten im Achten" abzusetzen, bekommt ORF-Chef Alexander Wrabetz Rückendeckung aus dem Stiftungsrat. Karl Krammer, Leiter des roten "Freundeskreises" betonte am Mittwoch gegenüber der APA, es sei wichtig und begrüßenswert, "dass eine konsequente Entscheidung getroffen wurde". Auch Franz Medwenitsch, Leiter des VP-"Freundeskreises" sprach von einem "richtigen Schritt aber auch einer riesen Blamage für den ORF".

Es sei wichtig, Entscheidungen "in time" zu treffen und nicht zuzuwarten, wenn ein Format nicht die erhofften Erwartungen erfüllt, meinte Krammer. Von einer Blamage will er freilich nichts wissen. "Ich finde nichts dabei, dass ein Format abgesetzt wurde. Es ist nicht so, dass da irgendwas gescheitert ist" - und vor allem dürfe man nicht gleich die ganze Reform verurteilen.

Medwenitsch: Reform teilweise gescheitert

Zumindest teilweise gescheitert sieht Medwenitsch die Reform, deren zentrales Element das Ende der ZiB-Durchschaltung und die Stärkung von Eigenproduktionen war. Dieses Ziel sei nicht erreicht. Wie auch der ÖVP-Mediensprecher Franz Morak fragte Medwenitsch nach den Kosten für das gefloppte Experiment, die der Generaldirektor offen legen müsse. Morak forderte Alexander Wrabetz auf, die Verantwortung zu übernehmen und warnte davor, "den 'Schwarzen Peter' an der 'Mitten im Achten'-Katastrophe anderen in die Schuhe zu schieben".

Wrabetz selbst meinte zu diesem Vorwurf: "Natürlich bin ich für alles im Unternehmen zuständig und werde jetzt nicht behaupten, dass 'MiA' an mir vorbei ins Programm geschmuggelt wurde. Zurufe von der Politikgalerie halte ich aber für entbehrlich." Seinem Programmdirektor will Wrabetz nicht in den Rücken fallen und verwies auf dessen "schwierige und ambitionierte Projekte", die eben manchmal auch schief gehen könnten. Auf die Frage, inwiefern etwa die Programmierung von "Julia" als schwieriges Projekt zu werten sei, meinte er knapp: "Ich freue mich, dass wir jetzt richtig planen".

Wrabetz: "Nichts in den Wind geschossen"

Davon dass er mit dem Soap-Flop Geld in den Wind geschossen habe will der ORF-Chef nichts wissen: "Wir haben nichts in den Wind geschossen. Wir werden alle Folgen, die produziert wurden, auch irgendwann einmal im Programm einsetzen". Wann das sein wird, stehe noch nicht fest. Krammer erwartet mit dem Ende von "MiA" eine positive Wirkung auf den Finanzplan des ORF, der dadurch noch gestärkt werde.

Wie auch Krammer sieht Wrabetz seine Entscheidung als logische Konsequenz aus der anhaltenden Diskussion um "MiA", die es abzukürzen galt. "Wir müssen jetzt sehen, dass wir in eine Positivdiskussion kommen". Schließlich habe sich mit "Sommerzeit", das seit Montag statt "Julia" ausgestrahlt wird, gezeigt, dass man positive Wirkung erzielt, wenn man es nur richtig anpackt und "einen Problempunkt ausmerzt", so Wrabetz. (APA)

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